Rotkraut – fermentieren

 

Als ich letztes Jahr Weißkohl fermentierte, störte mich der Umstand sehr, dass es nicht fein genug gehobelt war. Gerade wenn man das Kraut auch roh essen will, mag ich keine dicken Stücke! Außerdem fermentiert das Ganze schneller, je dünner es  ist…

Wie auch immer, ich habe mir einen kleinen, feinen japanischen Hobel – also eigentlich drei – gegönnt und ausprobiert. Bin begeistert! Der Krauthobel ist verstellbar, von 1 – 4 Millimeter (ich habe die 1 mm – Variante gewählt).

Zum Rotkraut gehört auch Apfel – hier hat die rote Reibe feine Streifchen geschnitten – perfekt! Es ist sicher kein Teil, um kiloweise Kraut einzumachen, aber das habe ich ja auch nicht vor.
Die Messer sind übrigens aus Keramik. Die grüne Reibe ist für Käse.


So sieht es zusammengepackt aus.

Gefunden habe ich das Teil in einem Umweltversandt, der viele nette, nachhaltige Gerätschaften anbietet.

Ok, hier die Zutaten:

  • 1 Rotkrautkopf , ca. 1 kg
  • 2 mittelgroße, möglichst süße Äpfel
  • 20 g naturbelassenes Salz
  • 1 TL Honig
  • 1 Zimtstange
  • 2 Nelken
  • 1 Paar Einmal-Handschuhe
  • Krauthobel
  • ein Bügelglas 1 Liter

How to:

    1. Die äußeren Blätter des Kohlkopf entfernen.
    2. Den Kopf vierteln – den Strunk nicht entfernen!!! Wenn man den Strunk nicht entfernt, fällt das Stück nicht so schnell auseinander. Ich hoble quasi um den Strunk drumrum.

    1. Die Äpfel vom Kerngehäuse befreien – ob man sie schält oder nicht, ist egal – und stifteln.

  1. Das Salz und den Honig über das Apfelkraut geben und schon mal eine Runde durchkneten.
  2. Dann lassen wir die Zeit für uns arbeiten und warten eine gute halbe Stunde – im Anschluss lässt es sich viel leichter, scheller kneten ;-). Jetzt bildet sich schon ordentlich Flüssigkeit.
  3. Nun das Kraut lagenweise fest in das Bügelglas drücken, dabei die Gewürze zugeben. Mit einem Blatt des Kohls verschließen. Wenn das Glas voll ist (2 cm bis zum Rand freilassen), muss die Flüssigkeit über dem Abschlussblatt stehen.
  4. Datum auf das Glas schreiben, Glas auf einen Teller stellen.
  5. 2 – 3 Tage im Hellen bei Zimmertemperatur stehen lassen – die Fermentation kommt schnell in gang und das produzierte Glas blubbert etwas heraus.
  6. Für ca. 6 Wochen in den Keller stellen.

Bei mir hat nicht alles in das 1-Liter-Glas gepasst, ich habe zwei kleine Gläschen für den Rest genommen – zwei Einmal-Portionen sozusagen…

Bild

Nach der halben Stunde Pause, in der das Kraut schon verknetet war, hat es wirklich auch so schon gut geschmeckt – und v.a. war ich wirklich von der Dicke – also ehre Dünne – der Rotkrautstücke begeistert!

Und weil das Ganze – außer Eigenenergie – weder zum Zubereiten noch zum Aufbewahren keine Energie kostet, wieder mal ein Beitrag für EiNaB – einfach.nachhaltig.besser leben.

Ansonsten blubbert noch ein Experiment vor sich hin – fermentiertes Obst… Aber dazu mehr, wenn das Experiment beendet ist…

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5 Kommentare zu “Rotkraut – fermentieren”

  1. Gratulation zu deinen hübschen neuen Helfern! Habe auch schon ein Auge auf das Set geworfen. Aber so lange mein Börner-Hobel aus zweiter Hand (samt umfangreichem Zubehör) noch tiptop funktioniert, wird der Neukauf aufgeschoben.

    1. Den „alten“ Hobel habe ich brav in die Packung gepackt, er kommt in den Keller und wartet. Ich hab ja diverse Kinderlein, die in absehbarer Zeit dabei sind, ihren Hausstand zu gründen… 😉

  2. Hallo!

    Ich mag das Kraut auch lieber dünn geschnitten. Bisher habe ich nur Weißkraut fermentiert, danke für den Tipp und die Anregung, es auch einmal mit Rotkraut zu versuchen.

    Herzlichen Dank fürs Verlinken zu EiNaB!

    lg
    Maria

  3. Schönes Rezept, werde ich heute gleich nachmachen, da ich vom Rotkohl einkochen noch gehobelten Kohl übrig habe 🙂 Mein großer Holzhobel ist neu und hat 4 Klingen, aber mein kleiner Liebling, wenngleich aus Plastik, ist von 1983!!! Einmaliges Teil.

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