Obst fermentieren?! Trauben.

 

Während es zu milchsäuer fermentiertem Gemüse viele Rezepte, Anleitungen gibt, findet man zu Obst + Fermentation recht wenig. Mit Salzlake ist hier ja auch kein Blumentopf zu gewinnen… Eher mit Zucker und Hefen… und daraus folgt: Alkohol !Bild

Auf Wiki-How fand ich ein bisschen was zu dem Thema, aber viele Fragen haben sich für mich noch nicht geklärt – daher ein Versuch (try and error…).

Tag 1:  Man nehme…

  • 1 l Bügelglas (mit oder ohne Gummi?)
  • 500 g Obst (hier: Trauben)
  • 250 g Zucker
  • Gewürze (optional; ich habe eine Zimtstange dazu gegeben)
  • ca. 350 g Wasserkefir (es geht um bereits fermentierte Flüssigkeit; kann man auch mit dem Zucker, 350 g Wasser und 2 g Frischhefe herstellen; das in einem nicht fest versschlossenem Gefäß ein paar Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen)

In das Bügelglas den Zucker einfüllen und dann die Hälfte des Kefirwassers (oder anders fermentierten Wassers) darübergeben und verrühren.

Jede Traube muss ein paar Mal eingestochen werden, damit die Fermentierung „durch die Haut geht“. Ich habe Trauben gewählt, weil ich mir einen ähnlichen Effekt wie bei Cocktailtomaten-Ferment erhoffe: Hier explodiert die Tomate prickelnd im Mund – das ist super lecker und ein spannendes „Mausfieling“…
Dann die Trauben in das Glas füllen.

Jetzt das restliche Wasser darüber gießen. Ich habe die Trauben zuerst mit einem Kunstoffdeckel unter die Flüssigkeit gedrückt.

… diesen dann aber entfernt – samt dem Weckgummi, weil ich mir nicht sicher war, wie stark das Ganze schäumen würde. Nach zwei Tagen – als klar war, dass mir nicht das Glas platzt (dazu ist vermutlich erstmal zu viel Zucker in der Brühe, die ja erst umgesetzt werden muss), habe ich das Weckgummi wieder eingesetzt.

Das Glas kam nach vier Tagen in den Keller.

Dort habe ich anfangs täglich nachgesehen, weil ich einfach Bedenken hatte, das mir das Ganze um die Ohren fliegt – war aber nicht der Fall.

Immer mal wieder wurden die Früchte umgerührt. Es hat zwar durch das Gummi immer mal ein bisschen geblubbert und es war wichtig, dass ein Untersetzer unter dem Glas war.

So, knapp einen Monat später – was ist dabei herausgekommen?


Man sieht an den Bläschen deutlich, dass die Fermentation nicht abgeschlossen ist.

Allohol… aber heftig! Die Trauben hätten in einem Rumtopf Urlaub gemacht haben können! Die explodieren leider nicht so wie die Cocktailtomaten, schmecken aber lecker – alkoholisch! Allerdings werden sie jetzt so langsam sehr… weich.

Auch die Flüssigkeit hat es in sich, hier ist auch ordentlich Alkohol drin. Leider habe ich kein Messgerät; es würde mich ja schon interessieren, wie hochprozentig das Ganze ist 😯 !

Da ich keinen Rumtopf angesetzt habe – ist nun hier ein hochprozentiger Ersatz. Kann man wie Rumtopffrüchte zu Nachspeisen verwenden.

 

 

 

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Kastanien-Ferment – Chutney

 

Kastanien – Käschde – gibt es bei uns in der Gegend viele – ich liebe sie! Zugegebenermaßen habe ich selten Zeit, sie zu sammeln…
Da bin ich froh, dass es auch die vakumierte, gekochte Variante gibt 😳 !

Und da ich gerade beim Fermentieren auf der Suche nach eigenwilligen „Kompositionen“ bin, kam mir die Idee, ein Mix aus gebräunten Zwiebeln und Kastanien anzusetzen, kombiniert mit etwas Orangat und ein paar Gewürzen…

Rezept:

  • 200 g gekochte Kastanien
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 1 gehäufter TL Orangeat (z.B. selbstgemacht)
  • 2 TL Rosinen
  • 1 TL Zimt
  • eine Prise Piment
  • etwas Chili ODER Pul Biber o.ä. (Vorsicht!!!)

Die Zwiebeln in dünne Ringe schneiden oder hobeln; ohne Fett bei großer Hitze in der Pfanne bräunen lassen.

Die Kastanien hacken, das Orangeat – falls nicht sowieso schon – kleinschneiden.

Abwechselnd Zwiebeln, Kastanien, Orangeat in kleine Bügelgläser füllen (nicht ganz voll machen – bis max. 1 cm unterm Rand, nicht wie ich hier…!) und mit 2%iger Salzlake (250 g Wasser, 5 g nicht-behandeltes Salz) auffüllen.

Einen kleinen Kunststoffdeckel einer Dose ggf. zurechtschneiden und beschweren. Dieses Mal habe ich – statt einem Stein – ausgekochte Teelichthalter genommen. Bügelglas schließen.

Würde das Ganze anfangen zu fermentieren? Schließlich waren die Zutaten ja nicht roh? Ich habe ein bisschen Starterflüssigkeit von anderem Ferment dazugegeben.

3 Tage bei Zimmertemperatur hell, 4 Tage kühl, dunkel im Keller stehen lassen.

Ferment nun abtropfen lassen (Die Flüssigkeit war sehr sauer, so dass ich am Anfang etwas erschrocken bin, aber die Kastanien haben das nur ansatzweise aufgeommen, die Zwiebeln etwas mehr, die Mischung stimmt) und pürieren, in ein Schraubdeckelglas geben und kalt stellen.

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Erstaunt hat mich, dass man das Orangeat als pfiffige Note gut herausschmeckt. Das Ganze ist wie ein Chutney zu verwenden!!! 😀

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Tomatenketchup – fermentiert

 

Momentan faszinieren mich Fermente, die bei uns eher unbekannt sind, z.B. Pasten oder wie hier: Ketchup!

Im englischsprachigen Bereich wird man hier weitaus mehr fündig als im deutschsprchigen Bereich.

Angelehnt an ein Rezept von growforagecookferment habe ich fermentierten Ketchup hergestellt – und ich bin positiv überrascht!!!

Rezept:

  • 1 Tube Tomatenmark (meine war nicht mehr ganz, aber fast voll)
  • 50 ml Wasserkefir (oder Saft von einem anderen Ferment z.B. Sauerkraut)
  • 1 -2 TL Milchkefir (optinal)
  • 1 TL Apfelessig
  • 1 TL Rohrohrzucker (oder vergleichbares Süßungsmittel; bei Honig oder Sirup… wird es etwas flüssiger
  • 1 TL unbehandeltes Salz
  • 1 kl. Zehe Knoblauch (oder 1/2 TL Koblauchpulver)
  • 1/2 TL Curry
  • etwas Cayennepfeffer oder Chili oder Pul Biber o.ä
  • … der „Würzfantasie“ sind keine Grenzen gesetzt

Alles verrühren, abschmecken und 3 – 4 Tage im Dunklen (Schrank…) bei Zimmertemperatur fermentieren lassen – dann in den Kühlschrank.

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Wie soll man den Geschmack beschreiben? Er ist toll, absolut vielschichtig…
Würzig, süß-(ein wenig)sauer, etwas scharf, fruchtig – nicht zu vergleichen mit herkömlichen Ketuchups…

Einfach ausprobieren!!!

Das ist eine schnelle Variante, ohne dass man Berge von Tomaten zum Verarbeiten haben muss. Wenn man diese aber hat, gibt es dafür auch Rezepte

 

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Fermentieren in Klein(st)gefäßen-Kürbisferment

 

Als ich das Rotkraut eingemacht habe, war das 1-Literbügelglas ja zu klein und ich hatte glücklicherweise zwei kleine Bügelgläser noch im Keller stehen, in denen ich den Rest des Krauts verfrachtete.

Als ich die kleinen Gläschen so vor mir stehen sah, gefielen mir die sehr gut, denn sie umgehen ein Problem, das ich bei den 1-l-Gläsern habe: Einmal aufgemacht, muss man sie in den Kühlschrank stellen. Da ich die Alleinverzehrerin von Fermenten in Gläsern bin 😉 , dauert es schon länger, bis so ein Glas leer ist, man hätte vielleicht auch mal Lust, auf ein anderes Ferment, aber dann wird der Kühlschrank noch mehr blockiert etc.

So habe ich mir überlegt, ob und wie das Fermentieren in Klein(st)gefäßen funktionieren kann. Das Problem ist, dass Gewichte oder Tellerchen / Deckel, die man auf das Gemüse legt, damit es unter der Lake bleibt, für die kleinen Gläser ja nicht passen.

Bei dem Kürbisferment (nach einer Idee von Kirsten und Christopher Shokey, aus dem Buch „Fermentieren – Gemüse einfach und natürlich haltbar machen) habe ich von 500 g Kürbis drei verschieden große kleine Gläschen gefüllt. Das kleinste ist 7 cm hoch (das soll als Testferment veschenkt werden), Durchmesser 6 cm, das Größte ist 11 cm hoch, Durchmesser 8 cm.

Zutaten:

  • 500 g Kürbis (ich: Hokaido)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 100 g Rosinen (am besten ungeschwefelt)
  • 1 TL Salz (unbehandelt)
  • 1 EL Curry (nicht scharf)
  • 1 EL Paprika (nicht scharf)
  • 1 EL Zimt
  • ggf. etwas Salzlake zum Auffüllen

Den Kürbis fein reiben, den Knoblauch durchdrücken und dazu geben, das Salz darüber geben und kurz verkneten oder stampfen. Eine halbe Stunde ruhen lassen.

In der Zwischenzeit die Rosinen hacken.

Nach 30 Minuten die Gewürze und Rosinen dazu geben und weiter Stampfen / Kneten. Beim Hokaido bildet sich nicht wirklich viel Saft… Dennoch nicht aufgeben 😉 !

Das Ganze jetzt in die kleinen Bügelgläser füllen und gut zusammen drücken – bis etwa 1 cm unter den Rand.

Edit: Als ich nach 4 Tagen (ich konnte mich nicht beherrschen) ein Gläschen aufmachte, war ein Drittel bereits fermentiert, unten war aber keine Feuchtigkeit (der Hokaido ist anscheinend zu trocken). Daraufhin habe ich den Inhalt rumgerührt und noch etwas mit Salzlake aufgefüllt und das Glas wieder verschlossen für weitere 2 Tage. Danach war alles fermentiert.

So – mit was kann man das Gemüse jetzt abdecken? Ich suchte im Garten Blätter – und mein Blick fiel auf die noch nicht vom Frost dahingerafften Blätter der Kapuzinerkresse!!!
Das Blatt auf das Gemüse legen und den Rand vorsichtig mit einem Löffelstiel einschlagen. Jetzt mit Wasser auffüllen, so dass das Wasser etwas über dem Blatt steht.

Edit: Nachdem der Frost die Blätter der Kapuzinerkresse jetzt erledigt hat, habe ich einen kleinen Kunststoffdeckel einer Wurstdose entsprechend zurechtgeschnitten und mit dem Stein beschwert.

Jetzt einen passenden Kieselstein (der natürlich ausgekocht ist!!!) auf das Blatt legen zum Beschweren. Dadurch wird das Gemüse nochmal etwas zusammen gedrückt und Flüssigkeit tritt aus – mit der Wasserzugabe muss man da Augenmaß haben. Deckel schließen – warten!

Das Kürbisferment  2 – 3 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann ins Dunkle und Kühle (Keller).

Laut Angabe nach 7 Tagen kann man schon mal probieren; max. 21 Tage fermentieren lassen. – 7 Tage ist tatsächlich das Minimum, mir hat es dann aber seeeehr gut geschmeckt!

Dieses Ferment ist der Hammer!!! Mit den Rosinen so ganz anders als die nur sauren Fermente. Es schmeckt prickelnd, süß-sauer-scharf – grandios!!!
Unbedingt nachmachen!!!

 

 

 

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Wiederverwendbare Obst- und Gemüsesäckchen

 

Auf den Seiten eines Umweltversandtes habe ich sie gefunden: Netze, in die man im Supermarkt sein Obst und Gemüse reintun kann, um diese dünnen Einwegplastiktaschen zu sparen. Mich nerven dies Tüten schon die ganze Zeit und als ich die Netze sah, dachte ich zunächst: super! Aber dann sah ich den Preis und wusste, dass ich 1. nur Netze und keine Taschen und 2. viel mehr brauchen würde, um die in die verschiedenen Taschen, mit denen ich einkaufen gehe, zu verteilen…

Der Entschluss stand schnell fest: selber machen.
In „der Bucht“ fand ich Netzstoff, HIER Zugband (ein Baumwollband mit einem „Kern“, der sich zum Zusammenziehen eignet).

Der Stoff war knapp 150 cm breit. Zunächst bestimmte ich die Höhe der größeren Säcke. Sie sollte so gewählt sein, dass aus dem oberen Rest noch kleinere Säckchen dabei herauskommen – abschneiden.

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Dann wurde dieser Stoff in vier gleichgroße Stücke geteilt.
Aus dem restlichen Stoff sprangen noch drei kleiner Säckchen heraus.

Ursprünglich wollte ich die Säcke mit der Maschine nähen – nähen ist nun nicht mein größtes Steckenpferd… Ich kriege zwar eine gerade Naht hin (mehr wäre es hier ja auch nicht gewesen), aber es stresst mich total. Außerdem war mir nicht ganz klar, mit welchem Stich ich die relativ großen Maschen des Netzes fassen könnte. Und wie ich so die Nähseiden betrachtete, fiel mein Blick auf die Häkelnadeln… Ich gehöre ja noch zu der Generation, in der man als Mädchen in der Schule Handarbeit hatte, so dass mir Häkeln und Stricken nicht unbekannt sind. Und im Gegensatz zum Nähen entspannt es mich total 😀 !
Der nächstbeste Rest einer Sockenwolle musste als Garn herhalten – und los ging es.

Völlig problemlos und flott waren die Seiten zusammenzuhäkeln (alles nur mit festen Maschen). Bei dieser Maschengröße und meinem Garn häkelte ich pro 2 Netzmaschen 3 Garnmaschen, also in eine Netzmasche 2 und in eine 1 Masche.

🙁 Leider kein Bild…

Dann ging es an den Hohlsaum für die Schnur. Dazu habe ich den oberen Rand der Säckchen ca. 1 cm umgeklappt. Man sollte sich auch vorher überlegen, ob man die Seitennähte und auch die Hohlsaumnaht innen oder außen haben möchte.
Beim Häkeln der Hohlsaumnaht muss man darauf achten, dass der Faden nie hinter dem Stoff, sondern immer davor ist, damit man den Hohlsaum nicht zuzieht.

Das war immer etwas tricky, bis ich angefangen hatte, dann läuft es aber. Hier ist es zu empfehlen, die Kanten vorher gerade zu schneiden. Dann immer darauf achten, dass man Vorder- und Hinterteil des Stoffes auch zusammenhäkelt – mit einer Reihe festen Maschen. Auch hier wieder: in eine Netzmasche 2 und in eine 1 Masche.

Wenn der Hohlsaum fertig ist, kann man die Kordel durchziehen. Dazu nimmt man eine nicht zu kleine Sicherheitsnadel befestigt sie an der Kordel und zieht die Nadel mit der Kordel so vorsichtig durch den Saum.

Jetzt auf jedes Ende einen Doppelknoten knüpfen.

Dann habe ich zum Schutz vor Durchscheuern noch die Netzmaschen mit festen Maschen umhäkelt, durch die die Kordel gezogen wird.

Unterm Strich wäre es vermutlich mit der Nähmaschine schneller gegangen – wenn man sich da auskennt… Für mich war es auf diese Weise stressfreier.

Kosten: Knapp 15 Euro für 7 Beutel.

Wird bei EiNab eingereicht von wegen Müllvermeidung…

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Rotkraut – fermentieren

 

Als ich letztes Jahr Weißkohl fermentierte, störte mich der Umstand sehr, dass es nicht fein genug gehobelt war. Gerade wenn man das Kraut auch roh essen will, mag ich keine dicken Stücke! Außerdem fermentiert das Ganze schneller, je dünner es  ist…

Wie auch immer, ich habe mir einen kleinen, feinen japanischen Hobel – also eigentlich drei – gegönnt und ausprobiert. Bin begeistert! Der Krauthobel ist verstellbar, von 1 – 4 Millimeter (ich habe die 1 mm – Variante gewählt).

Zum Rotkraut gehört auch Apfel – hier hat die rote Reibe feine Streifchen geschnitten – perfekt! Es ist sicher kein Teil, um kiloweise Kraut einzumachen, aber das habe ich ja auch nicht vor.
Die Messer sind übrigens aus Keramik. Die grüne Reibe ist für Käse.


So sieht es zusammengepackt aus.

Gefunden habe ich das Teil in einem Umweltversandt, der viele nette, nachhaltige Gerätschaften anbietet.

Ok, hier die Zutaten:

  • 1 Rotkrautkopf , ca. 1 kg
  • 2 mittelgroße, möglichst süße Äpfel
  • 20 g naturbelassenes Salz
  • 1 TL Honig
  • 1 Zimtstange
  • 2 Nelken
  • 1 Paar Einmal-Handschuhe
  • Krauthobel
  • ein Bügelglas 1 Liter

How to:

    1. Die äußeren Blätter des Kohlkopf entfernen.
    2. Den Kopf vierteln – den Strunk nicht entfernen!!! Wenn man den Strunk nicht entfernt, fällt das Stück nicht so schnell auseinander. Ich hoble quasi um den Strunk drumrum.

    1. Die Äpfel vom Kerngehäuse befreien – ob man sie schält oder nicht, ist egal – und stifteln.

  1. Das Salz und den Honig über das Apfelkraut geben und schon mal eine Runde durchkneten.
  2. Dann lassen wir die Zeit für uns arbeiten und warten eine gute halbe Stunde – im Anschluss lässt es sich viel leichter, scheller kneten ;-). Jetzt bildet sich schon ordentlich Flüssigkeit.
  3. Nun das Kraut lagenweise fest in das Bügelglas drücken, dabei die Gewürze zugeben. Mit einem Blatt des Kohls verschließen. Wenn das Glas voll ist (2 cm bis zum Rand freilassen), muss die Flüssigkeit über dem Abschlussblatt stehen.
  4. Datum auf das Glas schreiben, Glas auf einen Teller stellen.
  5. 2 – 3 Tage im Hellen bei Zimmertemperatur stehen lassen – die Fermentation kommt schnell in gang und das produzierte Glas blubbert etwas heraus.
  6. Für ca. 6 Wochen in den Keller stellen.

Bei mir hat nicht alles in das 1-Liter-Glas gepasst, ich habe zwei kleine Gläschen für den Rest genommen – zwei Einmal-Portionen sozusagen…

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Nach der halben Stunde Pause, in der das Kraut schon verknetet war, hat es wirklich auch so schon gut geschmeckt – und v.a. war ich wirklich von der Dicke – also ehre Dünne – der Rotkrautstücke begeistert!

Und weil das Ganze – außer Eigenenergie – weder zum Zubereiten noch zum Aufbewahren keine Energie kostet, wieder mal ein Beitrag für EiNaB – einfach.nachhaltig.besser leben.

Ansonsten blubbert noch ein Experiment vor sich hin – fermentiertes Obst… Aber dazu mehr, wenn das Experiment beendet ist…

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Met mit Blaubeeren – ein Versuch

 

Das Fermentieren – zumindest von Gemüse und Früchten – kam dieses Jahr bei mir etwas zu kurz. Vielleicht habe ich es letztes Jahr etwas übertrieben. Ein Hinderungsgrund ist aber sicher auch, dass ich jeden in meiner Familie verjage, wenn ich die Gläschen öffne 🙁 .

Wie auch immer, heute hatte ich ein wenig Zeit mal wieder in Sandor Ellix Katz´ „Fermentier-Bibel“ zu blättern und las mir mal genauer das Kapitel zum Met durch…
Ich konnte nicht umhin, ein bisschen Met anzusetzen 😉 …

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Als Mischungsverhältnis gibt Katz 1 Teil Honig und 4 Teile Wasser an. Der unbehandelte (Roh-)Honig möglichst direkt vom Imker enthält Wildhefen, die bei entsprechender Verdünnung (der Wassergehalt muss über 17 % liegen) aktiv werden und anfangen, den Gärpozess einzuleiten. Neben einfachen Met kann man diesen auch noch mit (unbehandelten)Früchten ansetzen, auf denen ja auch noch Wildhefen sitzen.

Gelesen, eingekauft, angesetzt:

In ein 3 l Bügelglas gab ich 500 g Honig 2000 l Wasser. Das Ganze gut rumrühren, dann habe ich noch 125 g Heidelbeeren dazu gegeben.
Da die Heidelbeeren ja schon in purem Honig fermentieren, dürfte das hier ja gar kein Problem sein!

Der Met soll nun täglich mindestens 1 x gut durchgerührt werden.
Das Gummi vom Deckel entfernen, damit das Gas rauskann – nicht wie hier auf den Bildern!!!

Katz schreibt, dass die im Honig enthaltene Glucose und Fructose unterschiedlich schnell fermentiert. Während die Glucose der „Sprinter“ ist – sie erzeugt das starke Blubbern der der ersten Tage – braucht die Fructose Monate, um umgesetzt zu werden.

Wann kann man den Met dann trinken?

Der Met kann „grün“, also jung genossen werden – das bedeutet, wenn die Glucose-Fermentation abgeschlossen ist.
Man kann ihn allerdings auch dann (wenn kein Blubbern mehr wahrnehmbar ist), in Flaschen abfüllen und reifen lassen – Monate oder Jahre lang…

Da ich nur so wenig Met angesetzt habe, werde ich wohl höchstens eine homöopathische Menge zu Versuchszwecken einlagern und den Rest so genießen. 😎

Zunächst mal bin ich aber gespannt, wie lange diese ganze Aktion dauert…?!

Habt ihr Erfahrungen im Met-Herstellen??? Die würden mich brennend interessieren!!!

Edit: Eine Stunde nach dem Ansetzen:
Schon erstaunliche Bläschenbildung zu erkennen 😯 !

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Zimtwaffeln – im antiken Eisen gebacken

 

In unserem Besitz befindet sich seit Jahren ein uraltes Waffeleisen, ich weiß nicht genau, woher. Es ist kein gewöhnliches Waffeleisen, sondern eines für Zimtwaffeln.

In meiner Familie gibt es weder ein Rezept noch eine Tradition für Zimtwaffeln, in der Pfalz, v.a. anscheinend in der Westpfalz jedoch schon. Ich habe mal versucht, ein bisschen den historischen Hintergrund Waffeln und im speziellen Zimtwaffeln zu recherchieren – aber so viel gibt es dazu nicht.

Schon die alten Römer hatten „Backzangen“ zum Herstellen von Brot; laut Wilhelm Meyer („Die Welt der Waffel; Von den Ursprüngen zur industriellen Fertigung, S. 14) war jede Zenturie (80 Mann) der Soldaten mit Backzangen ausgestattet, um autark Brot backen zu können (diese Infos sind habe ich allerdings sonst noch nie gelesen). So habe sich diese Technik im römischen Reich verbreitet.

Vermutlich wurden oblatenähnliche Gebäcke  zunächst in Klöstern angfertigt, erste Belege finden sich in Frankreich und Belgien im 9. Jahrhundert. Über Frankreich kamen sie auch in die Pfalz, wo sie ein beliebtes Gebäck in der Vorweihnachtszeit sind. Wie auch immer, aus eigener Kindheit sind sie mir unbekannt, kein Grund aber, sie nicht mit dem alten Waffeleisen mal auszubrobieren…

Fazinierend finde ich ja die Motive der verschiedenen Waben. In dem Büchlein „Ein kunterbunter Streifzug durch den Jahreskreis“ von Dieter Kremp, 2016 fand ich folgende Erklärungen:

„Da ist eine Schnecke (Spirale) dargestellt als ein Zeichen für die unaufhörliche Bewegung der Zeit, also eine Verheißung der ständigen Erneuerung.
Für das Rotkehlchen gibt es zwei verschiedene Deutungen. Die christliche lautet, dass das Rotkehlchen dem Herrn am Kreuz einen Dorn aus der Stirn zog, sich dabei selbst verletzte und seitdem den roten Blutfleck auf der Brust trägt. Es kann aber auch sein, dass das Rotkehlchen mit dem Zaunkönig verschmolzen ist, der früher am Tag des heiligen Stephan (26. Dezember), gejagt wurde. Es war der einzige Tag im Jahr, an dem dieser im Naturglauben heilige Vogel getötet werden durfte.

Vier Herzformen sybolisieren das Fest der Geburt Jesu, das Fest der Liebe.

Die Christrose, im Volksmund auch Schneerose oder Schneekatze genannt, erinnert an die Blüte Jesse, die mitten im Dunkel der unerlösten Welt aufblühte: „Es ist ein Ros´ entsprungen aus einer Wurzel zart…“

In der Wintersonnenwende haben unsere Vorfahren große Schalen mit Früchten aufgestellt, um im kommenden Jahr keinen Mangel zu leiden. Zu den Früchten gehörten vor allem Nüsse als Symbol der Fruchtbarkeit. Die Nüsse waren auch  Sinnbilder von Gottes unerforschlichem Ratschluss (eigene Ergänzung: also von dem Leid, dem Harten, das es im Leben zu „knacken“ gibt, von dem Schweren, das der Mensch trotz Gottes Dasein erleben muss, letztlich die Theodizee-Frage).

Schließlich ist auf dem Zimtwaffeleisen noch ein Kreuzsymbol. Am Luciatag (13. Dezember) wurde vielfach Lucienweizen in Kreuzform auf flache Tonschalen gesät und feucht gehalten. Die Weizensaat stellte die wiederkeimende Natur da.“

 

Nachdem ich  nun ja weiß, wie man Eisengerätschaften einbrennt, habe ich es genauso mit dem alten Waffeleisen gemacht. Und nun soll es zum Einsatz kommen. Als Hitzequellen kommen mehrere Quellen infrage.

Eine Möglichkeit wäre der Atago als Grill – das hätte ich tatsächlich auch am liebsten gemacht – wäre ich nicht total erkältet und vergrippt, so dass ein längerer Aufenthalt draußen nicht machbar ist.

Das Cross-Over: Alt trifft Moderne – Gußeisen auf Induktion – wäre technisch ja kein Problem, ist mir aber zu kritisch wegen Kratzer und so. Vielleicht probiere ich das ja beim 2. Versuch aus.

Ursprünglich wollte ich eine ältere, elektrische Einzelkochplatte für den ersten Versuch wählen; heute morgen war es aber dann richtig kalt und so feuerte ich unseren alten gußeisernen Oven an, der vermutlich aus der gleichen Zeit wie das Waffeleisen ist – die stilechteste Variante – aber nicht einfach, denn wir heizen hier normalerweise nur mit Holz (er wird nicht zum Kochen etc. benutzt) – und ich kann so die Temperatur nicht wirklich steuern – das war gegen Ende auch ein Problem. Aber ich greife vor…

Das Rezept ist von Madame Rote Rübe; ein altes Rezept, sie selbst ist in der Pfalz zuhause und so passt das Ganze 😉 :

250 g Butter
250 g Zucker
2 Eier
20 g Zimt
250 g Dinkelmehl (ich habe 550er Weizenmehl genommen).

Es gibt wohl zwei grundlegende Varianten von Zimtwaffelrezepten: Mit oder ohne Nüsse. Dieses hier ist die schlichte Variante „ohne“; mir gefällt auch, dass man sich die Proportionen sehr gut merken kann 😎 !

Am Vorabend habe ich den Teig gemacht und über Nacht im Kühlschrank geparkt.

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Heute morgen nun formte ich Kugeln – diese hier waren zu groß, nach der ersten Tour habe ich sie alle verkleinert… 😳

Dann wurde das Waffeleisen mit wenig Öl eingeölt und erhitzt,

pro Feld eine Kugel auf das Eisen gesetzt,

geschlossen, der austretende Teig wurde weggewischt und dann auf die Ofenplatte gelegt. Natürlich trat dann auch noch Teig aus und tropfte auf die Ofenplatte – da ich aber tierisch erkältet bin, hat mein Riechorgan momentan Sendepause. Ich schmecke nur süß, salzig, sauer, bitter, alles darüber hinaus entgeht mir momentan. Das ist etwas gruselig, gibt sich aber wieder. Doch so roch ich weder verkohlten Teig auf Ofenplatte, noch fantastischen Zimtduft…

Das erste Ergebnis war verkohlt, die nächsten ca. 4 Touren waren ok, auch wenn ich nie eine komplette Teigscheibe rausbekam. Backzeit ca. 3 Minuten auf jeder Seite. Dann aber wurde die Hitze anscheinend zu schwach – der Teig wurde nicht mehr knusprig 🙁 .
Das Ergebnis ist von der Textur fantastisch: Super dünne, knusprige Waffeln! Dass man die selbst machen kann…!!!

Vom Geschmack her kann ich noch nix sagen, aber allein das „Mausfieling“ überzeugt!

Die Ausbeute war heute allerdings bemitleidenswert gering:

Deshalb muss ich es unbedingt nochmal versuchen – dann wohl aber mit einer konstanten Hitzequelle… 😉

 

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Mostgulasch – und Einkochen- wie man es nicht macht…

 

Am letzten Wochenende habe ich ein leckeres Mostgulasch im Dutch Oven gemacht – das Rezept könnt ihr HIER nachlesen… Wie immer mit kleinen Modifikationen, denn ganz genau nach Rezept geht irgendwie gar nicht… 😉

Es ist jedes Mal wieder fantastisch, wie Schmorgerichte im DO gelingen! Das ist tatsächlich nochmal anders (besser!) als in den emaillierten Eisentöpfen für den Backofen (abgesehen davon kann man die DÖpfe ja auch in den Backofen stellen…).

Ich hatte extra mehr gemacht um danach noch ein paar Gläser einzukochen. Wenn ich nach der Arbeit mal keine Lust habe zu kochen, dann genieße ich es, mir was selbst Eingekochtes aus dem Keller zu holen…

Jetzt hatte ich ein paar Tage zuvor auch leckeren Chai-Sirup gemacht, den man bei Hefe und mehr findet und wollte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und diesen gleich mit einkochen.

Da ich keinen Einkochautomaten besitze, habe ich die letzten beiden Male im Backofen eingekocht und das hat auch sehr gut geklappt.

Dumm nur, dass ich nicht nochmal nachgeschaut habe, wie man das genau macht 😳 …

Jedenfalls habe ich die Flaschen mit dem Chai-Sirup gleich zu den Gläsern mit dem Gulasch gestellt – dachte noch: besser zu heiß als zu kalt einkochen, ich kann die Flaschen wegen der kürzeren Einkochzeit vorher rausnehmen…

Wie auch immer: Der Backofen wurde statt auf 180 Grad auf 200 Grad hochgeheizt, dann statt auf 100 Grad auf 180 Grad runtergedreht – und als ich die Flaschen dann rausholen wollte… Überraschung: Die Porzellankappen waren geschmolzen!!!

Von vier Gläsern haben im Anschluss drei nicht Vakuum gezogen… 🙁 !

Diese drei habe ich dann nochmals im Topf eingekocht – jetzt ist alles paletti!!! 😀 – bis auf die kaputten Flaschen und den darin vergeigten Chai-Sirup…

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Brotsuppe mit Schwarzbrot

 

Heute werfen wir ja sehr leichtfertig Lebensmittel weg – z.B. Brot, wenn es nicht mehr richtig frisch ist (Backfabrik-Brot schmeckt zugegebenermaßen nach dem ersten Tag auch wirklich schrecklich…).

Das gab es in Zeiten von Lebensmittelmangel natürlich nicht; Brot wurde auf verschiedene Weisen weiterverarbeitet, gerade wenn es etwas trocken war. Eine davon sind ganz unterschiedliche Varationen von Brotsuppen.

Hier eine Grundform, die man geschmacklich nach unterschiedlichen Richtungen variieren kann.

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Rezept (2 Personen)

  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 1,5 große, getrocknete Scheiben roggenlastiges, Brot (ich habe das aromatische Ochsenbrot von Marla, das bei uns immer im Hause ist, genommen
  • ca. 3/4 Liter Wasser (ggf. etwas mehr)
  • Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe
  • 1 EL Sauerrahm / Schmand / Creme Fraiche (je nach Gusto)
  • frische Kräuter zum Dekor

Zwiebeln in Butter anbraten, so dass sie glasig bis etwas gebräunt sind.

Die Zwiebeln aus dem Topf schütten, die getoasteten Brotscheiben

in Würfel schneiden und ebenfalls mit etwas Butter anbraten. Eine handvoll Deko-Croutons aus dem Topf nehmen, 3/4 der Zwiebeln zurück in den Topf geben, mit Wasser auffüllen, 1 TL Gemüsebrühe dazugeben und ca. 20 Minuten köcheln lassen.

Nach dem Kochen pürieren, mit Salz und Peffer abschmecken.
Suppe in den Teller geben, 1 EL Schmand, samt einen Teil der Zwiebeln und der Brotwürfel dazu geben – heraus kommt eine sehr würzig schmeckende, herzhafte Suppe!!!

Variante: Zusätzlich noch gekochte Kastanien erst in Butter (mit den Zwiebeln) anbraten, mitzukochen – dann erhält das Ganze einen süßlich-herzhaften Charakter.

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