Interessanter Artikel im aktuellen Zeitmagazin über das Sterben der Bäckereien…
mit einer interaktiven Karte von Bäckern, die von Lesern empfohlen werden:
http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/48/baeckerei-sterben-deutschland
mit einer interaktiven Karte von Bäckern, die von Lesern empfohlen werden:
http://www.zeit.de/zeit-magazin/2014/48/baeckerei-sterben-deutschland
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,…dieses Gedicht von Rainer Maria Rilke am heutigen Buß- und Bettag…
Als ich neulich mal wieder noch sehr unentschieden vor einer leckeren Käseauswahl stand, fiel mein Blick auf diverse Chutneys, die gerne zu Käse gereicht werden. In homöopathisch anmutenden kleinen Gläsern zu weniger kleinen Preisen…
Doch in meinem Kopf ratterte es bereits, denn: Hatte ich nicht noch gerade Datteln zuhause und Pinienkerne und…
Mein Problem bei solchen Spontanaktionen ist, dass ich normalerweise nichts aufschreibe und nach einiger Zeit kann ich selbst nicht mehr sagen, wie ich das Rezept gemacht habe … Diesmal war es aber anders und so kann ich das Rezept hier präsentieren:
1,5 Zwiebeln (groß)
2-3 EL Olivenöl
2 EL brauner Zucker
10 Datteln („frisch“, d.h. nicht diese komplett ausgetrockneten Teile, die bei uns um Weihnachten gibt… Ein Araber sagte uns mal, die seien in seiner Heimat Kamelfutter… aber ich schweife ab 😉 … In türkischen Läden gibt’s die nach der Erntezeit.)
1 Apfel mittelgroß
4 EL Balsamico
4 – 5 EL Wasser
4 EL Quittengelee
2 EL gerösteten Sesam
1 EL Pinienkerne
Gewürze (je eine Prise):
Zimt
Piment
Masala
Koriander
Ingwer
½ TL Salz
1/2 getr. Chilischote kleinstschneiden

Ich hatte noch geschnittene Zwiebeln, die verwurschtelt werden mussten; ursprünglich wollte ich einen Zwiebelkuchen machen, neuen Wein besorgen…
Aber dann überkam mich mit Macht die Erinnerung an das Rezept im Plötzblog: Foccacia mit karamelisierten Zwiebelringen!
Und das stach den Zwiebelkuchen aus… einfach so…
Welch Verrat an meiner Heimat… 😉

Von Lutz habe ich – oh Frevel über Frevel – nur das Topping übernommen.
Da mir die Zeit für Lutz´ Teig fehlte, bereitete ich den Pane-Italiano-Teig (Variante 3, ohne Roggen) aus dem Sauerteigforum vor. Übernacht im Kühlschrank, heute morgen vor die Tür und heute mittag gleich aufs Backblech…
Dieses Rezept ist einfach der Hammer!!!
Allerdings glaube ich mich erinnern zu können, dass der Teig von Lutz noch etwas lockerer ist 😉 ?!
Ich kann mich noch an 5 Bäckereien im Ort erinnern; jede Familie ging zu ihrem „Stammbäcker“, nur in Ausnahmesituationen schaute man zu fremden Bäckern rein – dann lernte man zwar keine komplett andere Produktpalette kennen, aber das Brot schmeckte bei jedem Bäcker etwas anders, sei hier eine härtere Kruste, dort ein säuerlichere Geschmack, etc.
„Produktpalette“ – es gab nicht ansatzweise so viel Auswahl wie heute: 3 – 4 (?) Mischbrote, immer dabei ein roggenlastiges Korn(=Roggen)mischbrot und auch ein Weißbrot. Dazu eine handvoll Sorten Brötchen – Punkt!
Irgendwann in diesem Jahrtausend gab es dann nur noch einen Bäcker und 2 -3 Filialen von anderen Großbäckern. Im weiteren Verlauf setzte sich die eine Großbäckerei in der ganzen Region und auch vor Ort mit Macht durch – und der einzig verbliebene Bäcker schloss auch noch aufgrund privater Schwierigkeiten für ein paar Jahre… Übrig blieben zwei Filialen der gleichen Großbäckerei – neben den Backshops zweier Supermärkte – gaaaaaanz tolle Auswahl, oder?
Die Stimmung im Ort war sehr unzufrieden und diese Situation hinein entstand der Gedanke, ein Backhaus zu bauen…
Der örtliche Heimatverein fand den Ofenbauer Horst Gärtner im Nachbarort, der das Wissen und können hat, einen Ofen im „alten Stil“, d.h. mit birnenförmigem Backraum zu bauen.



Von der Gemeinde erhielten wir die Zusage für einen geeigneten Standort – sollte das Projekt wahr werden…
Der Verein verständigte sich auf den Plan, die Idee des Backhauses im Ort bekannt zu machen und Spenden zu sammeln: 10 000 Euro sollte das Backhaus kosten; sollten 7000 Euro zusammen kommen, würde der Verein den Rest übernehmen – die Zeit des Spendensammelns war auf drei bis vier Monate festgelegt.

Was niemand wirklich erwartet hatte: Die Bevölkerung unterstützte die Idee in unglaublicher Weise: Innerhalb von 20 Wochen kamen 8000 Euro zusammen!!! Und zwar fast ausschließlich durch Kleinspenden (20 – 50 Euro) – dieser Umstand machte uns zuversichtlich, dass die Bevölkerung wirklich hinter diesem Projekt steht.
Parallel zu Sammlung boten wir Backkurse an, in denen Interessierte lernen konnten, wie Sauerteigbrote zu backen sind, damit das Backhaus auch genutzt werden konnte. Denn unser Konzept für die Nutzung des Backhauses bedeutet Backen des eigenen Brotes…!

Wir wollten bewusst nicht für andere backen (hätten wir auch nicht die Kapazität dazu) und Brot verkaufen, sondern zum Selbstbacken animieren.
So kommen an jeden Backtag (einmal im Monat) die angemeldeten Hobbybäcker zum Einschießtermin mit ihren „Babys“, den Gärkörbchen unterm Arm…
Während der Backzeit ist Zeit genug, Neuigkeiten auszutauschen, oder Einzukaufen oder…
Die Leute vor Ort schätzen das selbstgebackene Brot, das zeigt der Zulauf beim Backhausfest, wo es selbstgebackenes Brot zu verkosten und dann auch bei einer Brotversteigerung ersteigert werden kann; gutes Brot wird am Geschmack wiedererkannt und das ist ja schon mal viel wert! Und viele der Backkursteilnehmer sind vom Sauerteigvirus infiziert, der bekanntlich unheilbar ist 😉 !

– ein spannender Film auf ARTE, eine „Ode an das selbstbestimmte Leben“, leider nur noch bis morgen der in der Mediathek von ARTE
An einer Stelle wird in dem Film die Frage gestellt: „Was braucht man im Leben, um wirklich glücklich zu sein?“
– Ja, was ist wirklich nötig? Und was nicht? Welche Werte sind uns wichtig?
Der Film „Schluss mit schnell“ beschäftigt sich mit der Postwachstumsgesellschaft; er fragt, wie man in einer Welt, deren Ressourcen begrenzt sind, gut miteinander und mit der Umwelt leben kann, einer Welt, in der wieder der Mensch und die Natur im Mittelpunkt stehen und nicht das zum großen Teil wertschöpfungsfreie Kapital.
Ein zentraler Begriff dabei ist „Transition“ – Übergang – der Übergang von einer Wachstumsgesellschaft in eine Postwachstumsgesellschaft.
Es werden hier Initiativen auf der ganzen Welt vorgestellt, die versuchen, sich den begrenzten Ressourcen unserer Erde anzupassen.
Das bedeutet eine Werteverschiebung vom Individualismus hin zum gemeinschaftlichen Handeln.
Es gibt ein internationales Transition-Netzwerk, eines für den deutschsprachigen Bereich und sogenannte TTs – Transition Towns; in Deutschland (Deutschland kommt in dem Film überhaupt nicht vor…!) steht hier Witzenhausen in Nordhessen ganz vorne(und was die Leute da auf die Beine stellen, ist kein Witz 😉 ).
Hier der Film jetzt auf youtube

in Gallien, allerdings nicht in der Nähe des besagten gallischen Dorfes, sondern bei Besançon, wo Cäsar die Schlacht mit Ariovist gewann, haben wir 2 Tage verbracht…
in einem Baumhaus neun Meter über der Erde
– krass! War mal was ganz anderes…
:
Les Cabanes des grands lacs

Ein Mordsdrumm von Krustenbraten…
!

Die Kruste eingerieben mit grobem Salz und Knofel, die Unterseite mariniert mit „heißen“ Kräutern, Knoblauch und Wein (über Nacht, gelagert auf Suppengemüse, ein paar Kartoffeln und Tomaten

Und das ist das Ergebnis nach 2 1/2 Stunden schmurgeln…


War mein erster Versuch… hat seeeehr gut geschmeckt!!! Wenngleich ich nicht viel davon essen kann! Aber ich war ja nicht allein ![]()
Anfang Oktober 2013, nach dem sich die Einweihung des Backhauses zum ersten Mal jährte, war das erste Backhausfest!
Wir von der Backgruppe haben dazu einerseits für die Verköstigung der Leute, andererseits für die Brotversteigerung geübt und dann gebacken…
Es regnete an dem Tag wie aus Kübeln – zum Glück hatten wir das angrenzende Bürgerhaus gemietet – das zu unserer Überraschung bis zum Platzen gefüllt war…
Die Leute blieben von einem zweiten Frühstück über das Mittagessen bis zum Kaffeetrinken und dann zur Brotversteigerung…
Hier wurden etwa 30 Brote versteigert, Der Erlös wird zur Unterhaltung des Backhauses eingesetzt…

Am Weihnachstmarkt 2013 gab es dann unsere unvergleichlichen Brotkiechle; in Nachbarschaft mit Whisky und Met….

Mit dem Fotoapparat bewaffnet, aber auch mit einer Tüte und einem Messer, ließ ich mir Zeit, auch abseits der bekannten Pfade durch den Wald zu streifen. Mich fasziniert es jedes Mal wieder, wenn im Wald gerade so die Blüten- und Blätterknospen aufgehen und ein zart grüner Schleier über den Bäumen liegt!
Irgendwann stand ich dann auch auf einer Bärlauchwaldung. Ich wusste natürlich, dass sie kommen wird, daher das Messer und die Tüte…

Naja, klar, dass es die nächste Woche recht grün zugehen wird in meiner Küche…
Erstmal werde ich mich an den Bärlauch-Grissini aus dem Sauerteig-Forum versuchen.
Neulich hatte ich das erste Mal in meinem Leben Nudeln gemachtn – da wird es jetzt eine Variante mit Bärlauch geben.
Und ein Brot mit Bärlauch werde ich wohl auch noch ausprobieren, vielleicht dieses hier: Dinkelbrot mit Bärlauchpesto – mal sehen…
Gestern hatten wir übrigens den bereits 5. Backtag in unserem Backhaus… Wir machen jetzt 2 Brotdurchgänge (mit Aufheizen zwischendrin), und gestern, weil annehmbares Wetter, noch mit der Restwärme Kuchen hinterher. Die Brote hab ich irgendwie nicht fotografiert, dafür aber die Kuchen. Hat wieder richtig Spaß gemacht!
