Salzfermentierte Zwetschgen

Ein ziemlich verrücktes Ferment: Salz-Zwetschgen!

Eine Freundin brachte mir frische Zwetschgen. Und eine Probe von ihren mit 5 % Salz fermentierten, Trockenzwetschgen. Das war im 1. Moment schon sehr salzig, bevor dann die Säure und zum Schluss etwas Süße erschmeckt werden konnte. Sie hatte dieses Rezept aus dem Buch „52 wilde Fermente“ von Alexis Görtz + Jonas Grube .
Echte japanische Umeboschi werden anscheinend mit bis zu 10 % Salz fermentiert 😲!

Wie auch immer, mir waren die 5 % etwas zu salzig. Im Netz fand ich den Blog „So nach Gefühl“, , in dem von 3 % Salz auf die Früchtemasse (entkernt) die Rede war. Normalerweise hat eine Salzlake, die man zu Gemüse kippt, 2 % Salz.

REZEPT + ZUBEREITUNG:
1. (Bio-)Zwetschgen kurz waschen, nicht zu lange – die wilden Hefen auf der Schale werden ja zur Fermentation gebraucht!

2. entsteinen und im Anschluss abwiegen, in eine Schüssel geben

3. Zugabe von 3 % Salz auf die Fruchtgewicht, durchmischen, damit sich das Salz gut verteilt.

4. Eng in ein Bügelglas legen und soviel Fermentiergewichte reinstopfen, wie möglich (oder etwas Vergleichbares). Ziel: Druck mit Gewicht zu erzeugen, damit möglichst schnell Saft austritt, und die Zwetschgen bedeckt.

5. So lange der Saft die Früchte noch nicht vollständig bedeckt, immer mal wieder das Glas drehen/schwenken, damit der bereits ausgetretene Saft die Zwetschgen benetzt.

6. Nach einiger Zeit ggf. weitere Gewichte dazu legen.

MEINE ERFAHRUNG: (Zimmertemperatur ca. 25 Grad)

Ab 2. Tag Bläschen

Ab 3. Tag Flüssigkeit über Früchten


Tag 1


Tag 2


Tag 3

Tag 4:
Abgießen des Fruchtsaftes (diesen NICHT wegwerfen!!!), Früchte halbieren und bei 50 Grad ab in das Dörrgerät.

Dörrzeit bei einer Ebene Früchte: 4 Tage. Die Früchte sollten schon sehr trocken sein, damit sie beim Aufbewahren nicht Schimmeln.
Außerdem: Wenn sie richtig trocken sind, kommt die Süße im Abgang mehr zur Geltung.

Geschmack:
Wie bei so vielen Fermenten ist das schwierig zu beschreiben. Auch bei meinen Salz-Zwetschgen erreicht zuerst das Salz die Sinne, das dann aber kombiniert wird mit der Säure der Gärung und im Nachgang ergänzt von der Fruchtsüße. Es ist am Ende ein „vollmundiger“ Umami-Geschmack, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Als ich einem Freund zu versuchen gab (ohne vorher viel zu erklären, habe nur ein bisschen vorgewarnt, es könne speziell schmecken), trat zunächst völlige Irritation in sein Gesicht, gefolgt von Überraschung und dem Kommentar: „Ich glaube, daran könnte man sich gewöhnen.“
Mehr kann ich zum Geschmack jetzt auch nicht sagen.

Und was mache ich damit? 

  • Ein spannender, gesunder „Snack“ für zwischendurch!
  • Ist eingeweicht und püriert sicher ein genialer Umami-Geschmacksträger für Soßen
  • Werde ich sehen…

Der fermentierte, süß-sauer-salzige Fruchtsaft ist als Beigabe zu einem Salatdressing lecker – oder man nimmt ihn als Starter für weitere Fermente!
Ich habe damit gleich noch eine  weitere Charge angesetzt, da kam der Fermentationsprozess viel schneller in die Gänge, aber ich habe noch eine Idee für ein anderes Ferment, das ich mit dem Saft ansetze… kommt hier, wenn es fertig ist!

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Gebratene Pilze

Gebratene Pilze gibt´s beim Griechen auf dem Markt zu kaufen – aber noch besser: selbst gemacht! In maximal 20 Minuten…

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ZUTATEN:

2 Päckchen Champions (kleine)
3 EL Öl (nach Gusto; ich nehme Rapsöl)

Gewürze:
1 Msp Zimt
1 Msp Koriander
1 Msp Ras al Hanout (ersatzweise Kreuzkümmel)
1 MPs Piment
1 Prise Cayenne-Pfeffer
1/2 TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1/2 TL Salz
1 EL (ca.) gute Balsamico-Creme

ZUBEREITUNG:

1. Pilze säubern

2. Pilze halbieren (bei größeren Exemplaren vierteln)

3. Öl in der Pfanne* erhitzen (nicht voll aufdrehen, 2/3 Hitze)

4. geschnittene Pilze in die Pfanne geben und unter Rühren gut anbraten

5. Gewürze – außer Salz – dazugeben, mitbraten

6. Salz dazugeben

7. Hitze etwas höher stellen, so dass die Flüssigkeit bis auf einen kleinen Rest ganz verdampft

8. Jetzt die Balsamico-Creme darüber geben – durch den enthaltenen Zucker „karamellisieren“ die Pilze etwas.

Fertig – gleich schnabulieren oder abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren oder einkochen…

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* Pfanne: keine beschichtete, am besten eine Eisenpfanne

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Feigenessig – ein Versuch

Edit 22.08.2025

Versuch absolut geglückt! Bin richtig happy, denn heute habe ich den Essig probiert – und war sehr positiv überrascht! Von der Säure her absolut ausreichend, dazu fruchtig; am ehesten vergleichbar mit (selbstgemachtem) Apfelessig, wobei die Fruchtnote eine etwas andere ist.

Ich habe den Essig auf 70 Grad für 30 Minuten erhitzt und dann abgefüllt. Ergab 2 Liter, den nicht erhitzten Rest habe ich benutzt, um die Essigmutter einzutopfen.

Was mich echt völlig überrascht hat, war die Essigmutter 😲! Die war gut 1 cm dick und hat die Oberfläche ja komplett abgedeckt.

Die Frage: „Was mache ich mit der Essigmutter?“, hat sich für mich aber noch nicht ganz geklärt. In den Tiefen des Essiggefäßes dümpelte die „alte“ Apfelessigmutter (s. 1. Bild) unverändert herum. Da sie nicht an Sauerstoff kam, konnte sie nicht wachsen; ich glaube nicht, dass es irgendetwas gebracht hat, dass ich sie in den Topf gab. Vielleicht wurde der Most ein bisschen mit der Flüssigkeit, die dabei war, geimpft.
Folgende Frage stellt sich für mich:
Wenn sich ja doch eine Essigmutter bildet – wieso sollte man „alte“ Essigmütter aufbewahren? Man müsste ihnen „ein Floß“ bauen (s.u.), aber die hier ist jetzt so dick – ob das funktionieren würde? Wenn ich einen neuen Feigenessig ansetze, werde ich wohl eher von dem Essig, in dem die Mutter jetzt schläft, zum Impfen nehmen; in dem sind ein paar Schlieren drin, so dass sich so hoffentlich wieder (schnell) was Eigenes bildet.

Sollte diese Zeilen ein Essigexperte lesen, dann würde ich mich hier über Aufklärung freuen!!!

Hier zusammengefasst nochmal der zeitliche Ablauf:

  • 01.08. Feigen mit Wasser und Zucker angesetzt – und in Unwissenheit, dass das v.a. zu diesem Zeitpunkt, wie überhaupt, nichts bringt, eine alte Essigmutter mit hineingegeben (Bild 1).
  • 08.08. Früchte entfernt
  • 10.08. Essig abgeseiht
  • tägliche Kontrolle im Hinblick auf Kahmhefe (Essigmutter hat sich nach und nach gebildet
  • 22.08. verkostet, für gut befunden, erhitzt und abgefüllt

Edit 17.08.2025

So, mittlerweile hat sich eine stabile neue Essigmutter gebildet:

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Die Essigmutter braucht Sauerstoff. Deswegen – das habe ich mittlerweile gelernt – macht es auch keinen Sinn, eine alte Essigmutter in den Topf zu werfen, sie muss oben schwimmen, um mit der „Luft“ in Kontakt zu sein.
Einer bereits vorhandenen Essigmutter kann man aber „ein Floß“ bauen. HIER -> https://www.youtube.com/watch?time_continue=134&v=YN3eh7-Z61Y&embeds_referring_euri=https%3A%2F%2Fwww.schnutentunker.de%2F Minute 2:13 etwa (es lohnt sich aber, den kompletten Clip zu sehen!)

Edit 10.08.2025

Zuerst habe ich die Kahmhefe immer etwas abgeschöpft, aber das bringt natürlich nicht viel… So habe ich die Flüssigkeit durch Teefilter (Papier) abgeseiht. Danach sah es nochmal kurz nach Kahmhefe aus, aber irgendwie auch anders. Ich schöpfte nur ganz vorsichtig ab, es war bald klar, dass es sich eine Essigmutter bildete 😄! Diese Phase finde ich immer sehr aufregend, da ich nie weiß, ob Essigmutter oder Kahmhefe siegt…

Edit 08.08.2025
Früchte entfernt. Es hat sich Kahmhefe gebildet 😵‍💫!

Edit 05.08.2025

Wider Erwarten klappt die Feigen-Essig-Produktion bis jetzt super! Es erschließt sich mir (bis jetzt!) nicht wirklich, wieso Feigenessig nicht mit Feigen angesetzt, sondern ein fertiger Essig nur mit Feigen aromatisiert wird 🤔?! Mit anderen Früchten macht man das doch auch! Gut, über den endgültigen Geschmack kann ich natürlich noch nix sagen!

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Neben der diesjährigen Brombeerschwemme, die mich besonders freut, weil die Brombeeren die letzten Jahr etwas schwächelten, hat mich jetzt auch die Feigenschwemme erreicht…

Feigensenf und Feigenmus gibt es schon, jetzt versuche ich es einmal mit Feigenessig – und zwar dergestalt ;), dass ich frische Früchte nehme samt Wasser und Zucker und lasse sie gären – bis sie auf den Boden „fallen“ – ich gehe mal davon aus, dass das bei Feigen auch so ist.

Danach werden sie abgeseiht und die Essigmutter* nimmt ihre Arbeit auf.

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Ich bin sehr skeptisch, ob das funktioniert, v.a. wegen des inhomogenen Innenlebens des Feigen. Ich weiß nicht, ob diese Struktur mehr zu Schimmel neigt, als bspw. Äpfel. Und – im Netz war über diese Art, Feigenessig zu machen, nicht zu finden (hier wurden Feigen zur Aromatisierung immer zu einem fertigen Essig gegeben), was vielleicht dafür spricht, dass es so nicht geht – wer weiß 🤔 – ich lasse mich überraschen und werde berichten…

Rezept für ein 2-Liter-Gefäß (ohne Garantie…😉):

Zutaten:

  • 6 EL Zucker
  • 2 Hände gewaschener, halbierter oder geviertelter Feigen
  • 6 getrocknete Feigen (klein(er) geschnitten)
  • eine Essigmutter*
  • mit Wasser auffüllen

Jetzt muss nur noch ein Tuch über den Topf und dann sollen die Mikroben toben…

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*Erst muss eine Vergärung stattfinden, dass Alkohol entstanden ist.
Eine Zugabe von einem Krümel Hefe, oder etwas Hefewasser oder Wasserkefir-Wasser bringt den Stoffwechsel-Prozess auch in Schwung, bei mir war das eine „spontane“ Sache.

WICHTIG: Essig braucht Luft! Es handelt sich um eine aerobe Gärung! Deswegen ein durchlässiges Tuch, z.B. Mullwindel über den Topf spannen.

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Trocken einkochen – ein Versuch

„Trocken Einkochen“ – hatte noch nie was davon gehört 🤔, bin dann aber im Netz darüber gestolpert…

…über einen Beitrag, in dem TOMATEN 🍅!!! trocken, also ohne Zugabe von Flüssigkeit – eingekocht wurden und danach noch wie Tomaten und nicht vermatscht aussehen…

Konnte ich mir nicht vorstellen und da ich gerade viele kleine Tomätchen hatte, habe ich das kurz mal ausprobiert.

Hier verschiedene Sorten von Cocktail-Tomaten vor dem Einkochen. In jedem Glas habe ich noch etwas Basilikum, Curry-, Olivenkraut dazugegeben.

Links: Mexikan. Honigtomaten, Mitte: Datterinos + Blue Pitts, rechts: Blue Pitts + Dancing with Smurfs

Die drei Gläser habe ich dann mit dem Einkochein- und -aufsatz
für 30 Minuten bei 90 Grad eingekocht.

Und das ist das Ergebnis:

Ich bin wirklich baff! Nur die mexikanischen Honigtomaten sind nicht mehr „ganz, aber die hatten auch alle einen „Regenschaden“.
Ansonsten sind fast alle noch „unversehrt“! 😲

Verkostung:

Ich öffnete das Glas mit den „versehrten“ mexikanischen Honigtomaten: Hammer: die schmecken fast wie frisch geerntet! Bin auf die Haltbarkeit gespannt…

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Kokosdrink fermentieren – „Joghurt“ – Teil 2

Wenn man – wie in Teil 1 beschrieben – einen fermentierten Kokosdrink hat, kann man in einen ganz einfachen, weiteren Schritt eine Art Joghurt, vielleicht eher irgendwas zwischen Joghurt und Pudding, daraus machen.

Viele Verdickungsmittel benötigen Hitze; mit Hitze würde ich jedoch die Mikroorganismen des fermentierten Kokosdrinks zerstören, also brauche ich ein Verdickungsmittel, das „kalt funktioniert“: Guarkernmehl!

Auf meiner Packung steht 3 g (1 gestr. TL) / 250 ml für eine „leichte Bindung“. Ich verwende 3 g auf ca. 200 ml. Aber das kann man ja nach Gusto variieren.

Das Guarkernmehl in einen Mixbecher geben, mit 250 ml Kokosdrink übergießen und schnell aufmixen (ich schaffe es nicht, das Ganze klümpchenfrei mit dem Schneebesen zu verarbeiten…).

Nach Belieben mit Früchten, Marmelade o.ä. ergänzen…😋

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Kokosdrink fermentieren mit Wasserkefir – Teil 1

Fermentierter, also leicht säuerlich schmeckender Kokosdrink* ist was ganz Feines!
Ich habe ganz bewusst nicht die fette Kokosmilch genommen (das geht aber genauso), sondern einen Kokosdrink natur – dieser enthält pro Liter 7,5 g Fett.

 

Diesen Kokosdrink gab ich in eine Weithals-Bügelglasflasche*, zusammen mit 2 TL Zucker und 1 EL Wasserkefirkristalle und  ließ ihn 12 (bis 24) Stunden -je nach  Zimmertemperatur  (momentan so 25 Grad) – stehen.

 

Danach schmeckte er lecker süß-säuerlich fermentiert 😃! Die Wasserkefirkristalle entnahm ich und topfte sie um; sie warten im Kühlschrank auf ihren nächsten Kokos-Einsatz.

 

Wenn der fermentierte Kokosdrink eine Weile steht, setzt sich „Molke“ vom Rest ab. Das ist nicht schlimm, einfach etwas schütteln, damit es sich wieder verbindet. Im Kühlschrank hört der Fermentationsprozess nicht auf, geht aber wesentlich langsamer voran.
UND: Der Drink wird richtig smoothy!
Nach einem Tag im Kühlschrank dickt er etwas ein, prickelt süß-sauer auf der Zunge! Genau richtig für heiße Tage! Wow – ich bin wirklich extrem begeistert!!!

 

Warum Wasserkefir?

1. Milchkefir verstoffwechselt Laktose, die ist im Kokosdrink nicht vorhanden. Wasserkefir verstoffwechselt Zucker, daher die Zugabe von etwas Zucker. Dieser wird im Zuge der Fermentation abgebaut – wie süß oder sauer das Ganze wird, kann man steuern und ist „Geschmackssache“.

2. Wasserkefirkristalle habe ich im Überfluss 😉…

Bügelglasflasche?!

Es gibt zum Fermentieren einen Haufen (unnötigen) Schnickschnack. Bügelgläser im Allgemeinen haben den Vorteil, dass sie über das Gummi Sauerstoff rauslassen; bei Bügelglas-Flaschen explodiert 🧨 bei der Zweitfermentation von Wasserkefir-Gebräuen die Flasche nicht  (solche Flaschen gibt’s übrigens beim „Alten Schweden“).

*Zutaten Kokosdrink: Trinkwasser, Kokosnussmehl* teilentölt (7,5%), Kokosmilch* (6%), Meersalz, Verdickungsmittel: Guarkernmehl

 

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Spitzbuwe oder Buwespitzle -Schupfnudeln geht zur Not auch…

Und dann stand er da, ein Sack mehliger Kartoffeln. Noch nicht viel ausgetrieben, also noch gut zu verarbeiten. Es ist Frühling, die Verarbeitung muss jetzt über die Bühne gehen!

Früher gab es bei uns immer Spitzbuwe – von der Oma! Ich liebte diese Teile, nicht nur ich, meine ganze Familie! Gemacht habe ich sie noch nie, musste ich ja auch nicht, wir bekamen sie immer bratfertig gebracht. Die Zeiten sind leider vorbei, also mussp ich selbst ran -first try! 

Das Rezept ist vorhanden, ich multiplizierte das Ganze x 3, denn meine Kinder werden nicht „Nein“ sagen, wenn ich welche im Angebot habe…

Gerätschaften:

Kartoffelpresse oder Flotte Lotte (mit dieser habe ich es nicht ausprobiert)

Zutaten:

  • 1 kg mehlig !!! kochende Kartoffeln
  • 2 Eier (M)
  • 170 g Mehl
  • ca. 1-1,5 TL Salz
  • erwas Muskat dazureiben
  • gehackte Petersilie (für mich optional, ich nahm etwas frischen Oregano)

Zubereitung:

    • Am Vortag die Kartoffeln mit Schale in Salzwasser abkochen (-> unbedingt mehlig-kochende Kartoffeln verwenden, sonst fällt das Ganze auseinander!) und
    • UFFBASSE: GLEICH nach dem Abkochen schälen und durchdrücken. Irgendwo habe ich gelesen: Wenn man eine Kartoffelpresse hat, kann man die Kartoffel halbieren und mit der aufgeschnittenen Seite nach unten in die Presse setzen – nach dem Durchdrücken bleibt die Schale in der Presse. Das habe ich zumindest solange gemacht, bis ich die Kartoffeln zum Schälen in due Hand nehmen konnte. Logischerweise waren die Kartoffeln zum Schluss nicht mehr so heiß wie zu Beginn und das Durchdrücken wurde zunehmend mühsamer (Hanteltraining hab ich mir heute erspart…😉).

Am nächsten Tag

    • die restlichen Zutaten zu einer homogenen Masse vermengen (aber nich kneten!, denn die Kartoffeln nehmen dann Flüssigkeit auf, werden „wasserig“), falls zu trocken, etwas Milch dazugeben.
    • Den Teig zu einer Rolle formen, Teigstücke abnehmen und zwischen den Handflächen rollen, dadurch ergibt sich die nach beiden Seiten spitz zulaufende Form.
    • Wasser zum Kochen bringen, die Spitzbuwe dann in siedendem Wasser kochen. Sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche kommen (wie bei Klößen).

    • Jetzt die fertiggekochten Spitzbuwe auf Tellern verteilen, bis der ganze Teig verarbeitet ist.

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  • Nun können die Spitzbuwe in der Pfanne mit Öl von „beiden“ Seiten angebraten und im Anschluss serviert werden.

Oder man friert sie ein, wenn sie abgekühlt sind, ein (möglichst nebeneinander auf ein Schneidebrett legen, damit sie einzeln eingefroren werden und nicht aneinander kleben; sind sie dann gefroren, kann man sie in größeren Mengen in eine Tüte o.ä. „werfen“.).

Bei uns gab´s immer Apfelmus dazu. 

Die Kombination von Spitzbuwe und Sauerkraut ist bekannter.

Der gleiche Teig kann auch als Kloßteig verwendet werden – die Klöße heißen dann „Kuchelknepp“ bei uns. Bei den Klößen entfällt das Anbraten, sie können zu Bratenfleisch serviert werden. 

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Start in die neue Saison – Tomatenaussaat 🍅

Hach, ich bin ganz aufgeregt!

Wegen der Tomatenaussaat! Denn: das sind ganz besondere Schätzchen – hoffe ich mal! Ich habe sie letztes Jahr von einem Biomarkt in der Toscana mitgebracht, alle samenfest und schon speziell .

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Die erste ist die Silvery Fir Tree – eine Buschtomate mit mittelgroßen („normalen“) Früchten. Sie stammt wohl ursprünglich aus Russland, soll recht robust sein und hat silbergrünes Laub. Als Buschtomate eignet sie sich natürlich gut für Töpfe. Das finde ich super, denn ich habe im Freiland, an meinem Tomatenzaun ja nur 10 Plätze, die ich für die Silvery Fir Tree nicht nutzen muss, weil ich sie ja in einen Kübel pflanzen kann 😁! Sie wird wohl nur 0,5 – 1 m hoch, wird nicht ausgegeizt, aber früh angebunden. Platz für Kübel hab ich ja…

Dann habe ich eine toscanische Sorte, die Datterina di Serbo – di serbo heißt „lagern“. Eine Datteltomate, die hängend + kühl bis in den Winter („mehrere Monate“) gelagert werden kann 😲 – hatte noch nie was von „lagerfähigen“ Tomaten gehört! Sie enthält – und braucht! –  sehr wenig Wasser, ist ebenfalls eine Buschtomate 😁… und angeblich sehr einfach im Anbau.

Über die dritte Sorte die Yellow-Gazzi, habe ich so gut wie nichts im Netz gefunden; es scheint eine gelbe Fleischtomate zu sein, die hoch hinaus will (bis 2 Meter). Sie wurde in Italien von den Seed Savers gerettet / wiederentdeckt ?! „Sehr schmackhafte, mittelgroße Trockenfrüchte, die in Büscheln aus unbestimmten Pflanzen entstehen; süßer Geschmack, ideal für Salate oder Saucen; frühe + kontinuierliche Reifung bis in den Oktober…“ aus dem ersten Teil der Beschreibung (mit Übersetzungshilfe ins Deutsche übersetzt…) werde ich nicht recht schlau, aber ich bin einfach auf sie gespannt!

Die letzte der vier erstandenen Sorten ist etwas bekannter, es ist die Brandy Wine (red), eine Fleischtomate. Sie sollte nicht unbedingt Regen abbekommen, hier muss ich mal schauen, wo ich sie unterbringe, denn ein Gewächshaus oder eine passende Überdachung hab ich nicht. Na, mal sehen!

In den Samenpäckchen waren erfreulich viele Samen, so dass ich jetzt meinen ganzen „Aussaatplatz“ mit diesen vier Sorten „belegt“ habe.
In meiner Begeisterung habe ich die Samen nicht vorher in Wasser eingeweicht. Das Keimen dauerte so etwas länger und von der Yellow Gazi ist erst eine gekeimt – aber die macht Hoffnung…

Wenn diese jetzt noch ein bissel größer und ungetopft sind, kommen noch zwei altbewährte Sorten zum Zuge: Meine „Russen“ – bis jetzt meine Lieblingstomate (keine Ahnung 🤔, wie sie richtig heißt, hab sie unter diesem Namen bekommen), und eine wilde Buschtomate, kirschengroß…

Das Tomatenjahr kann kommen 😁!

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Nachgebacken: Kürbisbrot – geschnitten + geschnürt / Marcel Paa

Der World Bread Day steht wieder an – ein herbstliches Event – Herbst – damit verbinde ich auch Kürbis. Es lag also nahe, in die Kombi von Brot umd Kürbis zu gehen…

Auf der Suche nach einem optisch ansprechenden, aber auch wohlschmeckendem Kürbisbrot wurde ich fündig auf der Website von Marcel Paa. ( Das Originalrezept findet ihr HIER).

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Das Rezept ist  nicht wirklich schwer, „herausfordernder“ ist das Schnüren.

Insbesondere, wenn das Brot schon in der Mache ist und man dann erstmal Kordel suchen muss die passt. Gut, dass es auch ein VIDEO auf der Rezeptseite gibt…

Was mich etwas irritiert hat war der Umstand, dass das Teigvolumen bei Marcel so viel größer war, als bei mir. Ich habe die doppelte Menge gemacht für 2 mittelgroße Brote, wie es im Video zu sehen ist. Die wären bei mir, obwohl alles gut gegangen ist, aber relativ klein geworden 🤔, so dass ich mich dann entschied, nur ein Brot aus dem Teig zu machen, den ich in einem Gärkörbchen für ca. 2 kg reifen ließ. Das hat ganz gut gepasst.
Das fertig gebackene Brot mit der doppelten Teigmenge wiegt auch ziemlich genau 2 kg.

Ich habe keine zusätzliche Hefe an den Hauptteig gegeben, sondern wie immer Lievito Madre (1 EL). Die Gare dauerte ein kleines bisschen länger, aber auch, weil die Zimmertemperatur nicht so hoch war. Bei 30 Grad im Ofen ging es dann flott.

Unterm Strich ein tolles Brot mit äußeren und inneren Qualitäten!!!

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ZUTATEN:
Sauerteig:
  • 20 g Lievito Madre
  • 100 g Wasser
  • 100 g Weizenvollkornmehl
Quellstück:
  • 80 g in der Pfanne angeröstete Kürbiskerne
  • 100 g Wasser
Hauptteig:
  • Sauerteig
  • Quellstück
  • 150 g Kürbismus
  • 350 g Weizenmehl 550er
  • 50 g Roggenmehl 997er
  • 100 g Wasser
  • 1 EL Lievito Madre
  • 12 g Salz

Deko: 1/2 Zimtstange

ZUBEREITUNG:
Am Vorabend:
  • Sauerteig ansetzen – in den ungeheizten Backofen stellen, einen Topf (mit Deckel – es geht nicht um Feuchtigkeit, nur um Wärme) mit kochendem Wasser dazustellen und bis zum nächsten Morgen darin stehen lassen.
  • Quellstück: Kürbiskerne und Wasser in eine Schüssel und bei Zimmertemperatur bis zum nächsten Morgen stehen lassen.
  • Kürbismus herstellen: Entweder Kürbis mit etwas Wasser ca. 20 Minuten kochen, Wasser abgießen, pürieren ODER den Kürbis 20 Minuten dämpfen und pürieren (hier kommt weniger Wasser in das Kürbismus, ist von daher besser).
Am Backtag (morgens):
  • Quellstück , (mit Wasser!!!), Sauerteig, Kürbisfruchtfleisch, Mehl, Wasser und Hefe in der Küchenmaschine für 3-4 Min. auf kleiner Stufe ankneten.
  • Erst dann das Salz beigeben, die Knetgeschwindigkeit erhöhen und den Teig etwa 20 Min. kneten.
  • Anschliessend den Teig in ein leicht gefettetes Becken legen, zudecken (Deckel, Folie, Teigtuch) und für 90 Min. bei Raumtemperatur ruhen lassen.
  • In der Zwischenzeit den Teig einmal dehnen und falten.
Formen
  • „Den Teig aus dem Becken auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und 2-3x über die Arbeitsfläche schleifen, um eine glatte Oberfläche zu bekommen.
  • Dabei den Teig mit den Fingern von einer Seite zur Mitte ziehen und leicht andrücken. Diesen Vorgang von allen Seiten wiederholen und den Teig immer wieder in die Mitte falten.
  • Danach den Teig umdrehen (glatte Seite liegt nun oben), die Hände vasenförmig darumlegen und mit leichtem Druck auf der Tischplatte drehen, bis das Teigstück unten geschlossen ist. Es ist von Vorteil, wenn sich dabei im Teigstück etwas Spannung aufbaut.“
  • Den Teigling mit dem Schluss nach oben in einen gut bemehlten runden Gärkorb legen, zudecken und für 40 Min. bei Raumtemperatur gehen  lassen.
  • In der Zwischenzeit den Backofen (am besten mit Backstahl oder Backstein) in der unteren Ofenhälfte auf 250 Grad Ober/Unterhitze vorheizen.
Backen
  • Vier zurecht geschnittene Küchengarne übers Kreuz auf das Gärkörbchen legen ein Backpapier/-folie und den Einschießer auf das Gärkörbchen legen und so „stürzen“. Der Teig sollte jetzt auf den vier Garnen sitzen.
  • Die Teigoberfläche mit einem scharfen Messer in acht Teile einschneiden.
  • Anschliessend je zwei Küchengarnenden diesen Schnitten entlang verknoten (nicht zu straff!) .
  • Den Teigling mit dem Papier auf eine Einschießer ziehen und von da direkt auf Stein/Stahl oder Backblech in den heissen Ofen einschießen.
  • Den Ofen beschwaden, die Temperatur auf 210 Grad reduzieren und das Brot für 20 Min. backen.
  • Nach 20 Min. die Ofentür kurz öffnen, damit der Dampf entweichen kann, und das Brot weitere 35 Min. backen.
  • Nach dem Backen die Küchengarn entfernen und als Kürbisstil eine halbe Zimtstange einsetzen und auf einem Küchengitter abkühlen lassen.

Dieses herbstliche Brot ist ein Beitrag zum diesjährigen World Bread Day

Banner World Bread Day, October 16, 2024

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