Panis Quadratus – ein Brot der alten Römer

Als ich meinem Sohn stolz die zwei Brote zeigte und erklärte, ich hätte „Panis Quadratus“ gebacken – schaute er auf das Brot, dann zu mir, schüttelte den Kopf und sagte: „Nein!“

Und zugegebenermaßen ist nichts von diesem Brot ansatzweise quadratisch. Dennoch sind diese Brote, die in einer Bäckerei in Pompeji, verkohlt, aber vollständig erhalten,

gefunden wurden, mit diesem Namen so bezeugt. In Abhandlungen über das Panis Quadratus wird erklärt, dass sich „Der Name Panis Quadratus  […] von den vier Linien ab[leitet], mit denen es in acht Abschnitte unterteilt wird“  – finde ich „nicht ganz intuitiv“, aber ich bin ja auch keine „alte Römerin“…

Weitere historische Einzelheiten zu diesem Brot und zu Brotbacken in Pompeji und im römischen Reich findet ihr hier: https://artaalba.ro/de/panis-quadratus%2C-ein-Vorfahre-des-heutigen-Brotes/ 

Wie auch immer, ich hatte Lust, es zu backen.

Vom Getreide her kommen Weizen und „Weizenvarianten“ (Emmer, Dinkel, Einkorn…), aber auch Gerste in Betracht.

In meinen Vorräten fand sich sich noch Einkorn, und so wurde es eine Kombination aus Einkorn ( fein „gemahlen“ im TM) und 550er Mehl.

Es gibt viele Rezepte zu diesem Brot, die sich dann aber mehr auf die Form als auf die Zutaten konzentrieren, ich habe mich für das Rezept hier entschieden: https://nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2021/05/backen-wie-die-roemer-so-wird-historisches-pompeji-brot-gebacken/

ZUTATEN:

600 g Dinkelmehl (ich: 550er Weizenmehl)

600 g Vollkornmehl (ich: Einkorn)

750 g kaltes Wasser

200 g Sauerteig (ich: LM – 2x vorher aufgefrischt; üblicherweise wurde Traubenmost als Sauerteigansatz verwendet)

2 TL Salz

1 EL Honig

1 EL grob gemahlener Anis

grob gemahlenes Mehl oder Weizenkleie zum Bestäuben (habe ich vergessen…)

ZUBEREITUNG:

1. Fermentolyse
Wasser und Sauerteig in einer großen Schüssel mischen (mache ich recht unantik mit einem Pürierstab) und dann die restlichen Zutaten unterrühren, so dass keine Mehlnester mehr zu sehen sind. Abdecken und eine Stunde stehen lassen.

2. Kneten
Wieder unantik in meiner Knetmaschine. Durch die Kombi von 550er Mehl + Einkorn hat sich erstaunlicherweise nach ca. 20 Minuten doch ein Glutengerüst aufgebaut.

Wem diese Vorgehensweise zu unauthentisch ist, kann das gern per Hand machen, wie im Rezept beschrieben)

(„Dehnen und Falten
Den Teig nach einer Stunde Autolyse (anfängliche Mischen-und-Gehen-Phase) herausnehmen und ihn vorsichtig mit den Fingerspitzen auf eine saubere Oberfläche schlagen. Den Teig viermal in Schritten von 30 Minuten dehnen und falten. Dieser Schritt ermöglicht es dem Teig, sich zu festigen und aufzugehen, wenn sich die Glutenstruktur bildet. Mit jedem Dehnen und Falten wird der Teig elastischer. Am besten einen Timer verwenden, um die nächste Stretch-and-Fold-Phase nicht zu verpassen. Den Teig dabei wie ein Quadrat behandeln – eine Seite oder Ecke nehmen und zur gegenüberliegenden Seite ziehen, diesen Schritt für alle vier Ecken oder Seiten des Teigs anwenden. Den Teig nach jedem Dehnen und Falten mit einem sauberen Geschirrtuch oder einer umgestürzten Schüssel abdecken und jeweils 30 Minuten ruhen lassen. Nicht vergessen: Dieser Schritt findet viermal statt!“)

3. Dehnen + Falten (my way)

  • Teig in eine geölte Wanne geben und nach 30 + 60 Minuten dehnen + falten.
  •  Anspringen lassen und danach über Nacht in den Kühlschrank.
  • Die Übernacht-Gare passt besser in meinen Tagesablauf – auch wenn sie nicht historisch ist… –

4. Teig formen

  • Den Teig aus dem Kühlschrank holen.
    Ich habe in geteilt und durch Einschlagen 2 Kugeln daraus geformt. – 15 Minuten entspannen lassen.
  • Die Kugeln zu einem Fladen drücken, auf Backpapier setzen und 1 Stunde bei 30 Grad gehen lassen.

5. Schleife binden
Küchenzwirn abmessen, so dass es das Äußere des gesamten Laibs umfassen kann. Dabei genug Länge lassen, um das Garn zu einer Schleife zu binden. Wenn die Schnur dünn ist, die Länge verdoppeln. Die Schnur nicht zu fest um den Teig binden und ihm etwas Platz geben. Der Teig soll um das Garn herum noch aufgehen und eine definierte seitliche Rille entlang der Seite des Teigs erzeugen können.“

Ich habe mit doppelter Schnur gearbeitet. 

Wozu diese Schnürung dient, ist nach wie vor unklar. Eine Vermutung geht davon aus, dass so die Größe der Laibe besser bestimmt werden konnte, um in den Großbäckereien die Öfenauslastung gut planen zu können. 

Ich finde diese Überlegung nicht überzeugend. Wenn im Vorfeld der Teig abgewogen wird, braucht es diese Schnürung nicht. Wie auch immer: Sie ist deutlich erkennbar und man konnte so das Brot wie eine Handtasche transportieren…😇 😙

6. Brot „einschneiden“

  • Die Oberseite des Laibs mit Mehl oder Weizenkleie bestreuen.
  • Einen langen Schaschlikstab (oder auch mit Küchenzwirn) tief in den Teig eindrücken, zuerst hälftig, dann Viertel, dann Achtel.
  • Mit einem dünnen Rundholz (oder Finger…) in die Mitte ein Loch drücken.
    Diese „Tortenform“ soll zum besseren Aufteilen des Brotes entstanden sein.

(„7. Der Brotstempel
Mit einem Ausstecher, einem Nudelstempel oder einer sauberen, kreisförmigen, quadratischen oder rechteckigen Form vorsichtig eine Vertiefung in einen der Abschnitte drücken. Die Vertiefung kann – wenn der echte Brotstempel fehlt – auch mit Pinienkernen verziert werden.“)

8. Ofen vorheizen

Ofen auf 250°C vorheizen – Schwaden vorbereiten

9. Backen
10 Min bei 250 Grad + Schwaden, dann 30 – 35 Minuten auf 200 Grad backen

Gut auskühlen lassen vor dem Anschneiden / Brechen.

FAZIT:
Optik: Interessant!
Geschmack: Frisch ganz lecker, v.a. gut als Toastbrot geeignet. Ich werde dieses Rezept mal mit Gerste + Weizen ausprobieren, vielleicht wird es dann etwas „mehrdimensionaler“…

„Bilder für die einzelnen Backschritte, historische Fakten und noch mehr Tipps und Profiwissen rund um Sauerteig verrät Farrell Monaco auf ihrer englischsprachigen Website Tavolamediterranea.com. In der Juni 2021-Ausgabe von NATIONAL GEOGRAPHIC (ab 28. Mai 2021 im Handel) findest du noch mehr Hintergrundwissen über das legendäre Brot aus Pompeji.„

Tags:
Kategorien:

Brotstangen – Potpurri…

Momentan backe ich „alles“ in Stangen 🥖!  Aus „Event-Gründen… Es geht darum, dass Leute möglichst viele Sorten Brot probieren können.
Dann müssen sich auch Brote verformen, die sich sonst in anderem Aussehen wiederfinden.
Ich hatte auch schon ein paar „Versager“, aber folgende Brote funktionieren als Stangenbrote (oder sind es sowieso):

1. Pane Italiano (hier mache ich aus 2 Stangen – laut Rezept – 3)

2. Walnusswurzeln – die sind per se ja Stangen, funktionieren aber auch als normales Brot (hier statt 3 Stangen 2 Brote machen)

3. Saaten-Krusties – eigentlich ein Brötchenrezept – es lassen sich aber super 3 Stangen daraus machen (mit etwas mehr Wasser).

4. Kürbisbrot – eigentlich „geschnitten + geschnürt“.

5. Sternbrot – wenn man einen Stern basteln kann, gehen auch 2 Stangen.

6. Vollwertlaib – von der halben Rezeptmenge gibt es 6 Stangen

7. 100%iges Roggenvollkornbrot  – da es das Sauerteigforum nicht mehr gibt, gibt es keinen Link mehr; ich muss es mal verbloggen… – grobes Rezept: 1/3 RoggenVKMehl -> Sauerteig, 1/3 RoggenVKMehl Quellstück, 1/3 RoggenVKMehl Haupteig)

Für eine Verkostung finde ich die Brotstangen gar nicht schlecht; sagten auch die Gäste, die sich genüsslich durchprobiert haben…

Tags:

Walnuss-Wurzeln

Walnusswurzeln – mit Ruchmehl und – ja, gerösteten Walnüssen 😍 – ich liebe sie!

Und wenn man das Einweichwasser der gerösteten Nüsse als Schüttwasser verwendet, dann transportiert dieses den Geschmack der gerösteten Walnüsse in den Teig und dieser erhält ansatzweise einen lila „Stich“…

In der Kombination mit der französischen Birnenkonfitüre, aber auch Käse – oder einfach nur Butter extrem lecker!

Ein „All-in-Brot“ mit Übernachtgare!

ZUTATEN:

  • 500 g Ruchmehl
  • 100 g Hartweizen
  • 50 g Roggen 1150er/997er
  • 500 g Wasser
  • 10 g Olivenöl
  • Optional: 1 Msp Gluten (Seitan…)
  • _
  • 100 g Nüsse
  • 5 g Hefe
  • 6 g LM
  • 10 g Honig_
  • 13 g Salz

ZUBEREITUNG

Am Vortag – morgens

  • Nüsse grob zerkleinern, anrösten und im Wasser (550 g einweichen)
  • Am Vortag abends (18 Uhr)
  • Nüsse gut abtropfen lassen
  • Rest-Wasser ist Schüttwasser für Brot (muss 500 g sein)

Am Vortag abends (18 Uhr)

Nüsse gut abtropfen lassen,
Rest-Wasser ist Schüttwasser für Brot (muss 550 g sein)

Am Vortag abends

Autolyse 

  • Mehl, Wasser, Öl verrühren und 30 Min zur Autolyse stellen
  • anschließend: Hefe, LM, Honig dazugeben, 5 Min langsam kneten
  • Salz dazugeben, Teig auskneten (8 – 15 Min o. länger -> Teigfenster)
  • Zum Schluss die Nüsse dazugeben und kurz unterkneten

Teig in eine geölte Box legen, ca 60 Min ruhen lassen mit 3 – 4 x stretch + fold

Übernachtgare:

Abgedeckt 12 – 20 Std. im Kühlschrank (ca. 7 Grad) reifen lassen

Am Backtag:

  • Teig aus dem Kühlschrank holen, 30 Min akklimatisieren lassen
  • 3 gleichgroße Stangen oder je nach Teigkonsistenz, Wurzeln formen

Stückgare:

60 Min bei Zimmertemperatur im Bäckerleinen mit Schluss nach oben (Wurzeln zwirbeln und nicht kopfüber gehen lassen)

Brote umdrehen, auf Backpapier nebeneinander setzen

Backen:

Bei 250 Grad einschießen, schwaden, 45 – 50 Min bei fallender Hitze (von 250 auf 200 Grad) backen

Und die Wurzeln gehen auch als Brötchen !!!

Tags:

Französische Birnenkonfitüre mit Vanille und Pinienkernen

Kulinarischer Adventskalender

Ich freue mich sehr, euch diese leckere Marmelade in  Zorras kulinarischem Adventskalender / kochtopf.me  präsentieren zu dürfen! Als Geschenk für unter den Weihnachtsbaum wird es wohl etwas knapp, aber ihr solltet sie wirklich ausprobieren…

Diese Marmelade (oder Konfitüre – ja ich weiß, dass es da offiziell einen Unterschied gibt…) haben wir seit 2014 im „Repertoire“, seit mich eine Freundin damit überraschte. Die hat uns so „umgehauen“, dass wirklich immer welche davon im Marmeladenregal stehen muss…
Ich bilde mir ja ein, dass meine Marmeladen alle nicht ganz schlecht sind… aber das ist mit Abstand die Leckerste! 
Und sie ist definitiv eine Möglichkeit, Freunde an Weihnachten 🌲 oder auch sonst… damit zu beglücken!
Jede/r der davon probiert hat, war bisher hin und weg.

2014 hatte ich das Rezept dieser „Konfitüre“ (passt besser zu Fronkreich) verlinkt, habe jetzt aber gesehen, dass es den Blog „Wasabi für Anfänger“ nicht mehr gibt und somit auch das Rezept verschwunden ist 😲! Das geht ja gar nicht!!! Deshalb will ich es für euch hier verbloggen, damit ihr auch in den Genuss kommen könnt.

Zugegebenermaßen sind die Zutaten nicht ganz billig:

  • Vanilleschoten – die müssen wirklich sein!!! Bitte nehmt keine künstlichen Vanillearomen, das versaut den genialen Geschmack!
  • Pinienkerne: gut, hier könnte man auf gestiftelte Mandeln ausweichen.

Doch nun zum Rezept:

Zutaten:

  • 1 kg Birnen
  • 50 g Pinienkerne (ersatzweise: gestiftelte Mandeln)
  • 2 Vanilleschoten (oder 1 Schote und noch 1/2 TL gemahlene Vanille)
  • 1 x Gelierzucker 2:1 (ich nehme immer eine vegane Sorte mit Pektin zum Gelieren)

Zubereitung:

  • Die Birnen schälen und die Kerngehäuse entfernen (danach muss 1 kg Birnen übrig bleiben) und in kleine!!! Stücke schneiden.
  • Pinenkerne vorsichtig ein einer Pfanne ohne Fett anrösten.
  • Die Birnenstücke ohne Zucker aber der ausgeschabten Vanillemasse + Schoten in einen Topf geben und so lange kochen, bis die Birnen weich sind.
  • Nach einiger Zeit mit dem Stabmixer durch die Masse gehen, so dass ein größere Teil der Birnen zu Mus wird, der Rest sollte stückig bleiben.
  • Jetzt die Pinienkerne und den Gelierzucker dazu geben und das Ganze 3-5 Minuten wallend aufkochen lassen.
  • Dann in saubere Schraubdeckelgläser abfüllen.

Und dann kannst du einen kleinen Teil davon an deine allerbesten Freunde verschenken, denn du wirst sehen: Eigentlich willst du am liebsten alles selber essen… 😉

Und ihr wisst ja, dass bei Zorra im Zusammenhang mit dem kulinarischen Adventskalender 2 Gewinnspiele gibt: Das erste Gewinnspiel fand vom 12. bis 14. Dezember statt, das zweite startet am 24. Dezember und geht bis 2. Januar.
Zu gewinnen gibt es bis jetzt eine KMix in Matt von Kenwood,
eine Magnifica Evo Next von De’Longhi, einen MultiFry 5 von Braun und einen Nutribullet Portable, einen GRAEF Allesschneider Manuale H93, rot, einen GRAEF Glas-Milchaufschäumer MS802, schwarz, Teigrädchen von Gaumenfreunde, cupit To Go Becher von KAHLA sowie mehrere Kochbücher von Bloggern.

Tags:

Adventskranzschmuck und seine Bedeutung

 

Dass der Adventskranz etwas mit Advent und Weihnachten zu tun hat, also mit christlicher Symbolik, liegt ja schon im Namen begründet.

Die Geschichte des Adventskranzes könnt ihr HIER nachlesen.

Heutzutage gibt es Adventskränze/-brettchen/-teller in allen möglichen Variationen und Farben, so dass es sich  jede/r für seine Wohnung passend arrangieren kann.

Ich möchte euch jetzt diese Version des Adventskranzes vorstellen und die einzelnen Elemente in ihrer Bedeutung erklären:

Zunächst einmal die Form: Er ist rund, er hat also keinen Anfang und kein Ende. Die Kreisform steht für das Unendliche, wie Gottes Liebe zu uns.

Material: Tannengrün; die immergrüne Tanne unterstreicht die runde Form: So wie die Tanne immer grün ist, ist Gott immer für uns da.

Selbst heute noch ist die überwiegende Farbe der Kerzen bei Adventskränzen, die man kaufen kann rot; rote Kerzen haben eine Tradition.
Mit den roten Kerzen wird ein Bogen gespannt von der Geburt des Jesus-Kindes, dem wir mit jedem Anzünden einer Adventskranzkerze näherkommen, zu seinem Tod, „dem Blut, das er für uns vergossen hat“ -> Abendmahlsliturgie…
Geburt, Sterben (und Auferstehung) Jesu gehören zusammen, auch auf diesem Adventskranz und in der Adventszeit.

Kerzen als solche: Generell brennt im Gottesdienst die Osterkerze und weitere Kerzen auf dem Altar. Das hängt auch mit der Aussage Jesu über sich selbst zusammen: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Johannes 8,12
Durch das Anzünden der Kerzen auf dem Adventskranz wird jeden Adventssonntag mehr Licht in die Welt gebracht, es wird immer heller – bis es dann zur „Outdoor-Beleuchtung“ bei der Geburt kommt, die für alle zu sehen ist…

Soweit die klassischen Elemente, Kranz und Kerzen.
Auf vielen Adventskränzen findet sich aber noch weiterer Schmuck.  Bei diesem hier die Nüsse: „Da war eine harte Nuss zu knacken“ – die Nüsse stehen für all das Schwere, was Menschen passieren kann, das Traurige, das, was bitter ist, unter dem man leidet. Das ist menschliche Erfahrung durch die Jahrhunderte. Diese Trauer oder Verbitterung ist bei Gott aufgehoben, die Menschen dürfen es ihm anvertrauen, er will es verwandeln. Es soll nicht traurig bleiben. Er will es wieder gut machen, will trösten und helfen.

Ein weiteres Element ist die Kette. Ketten erinnern an Fesseln, an Gefangen-Sein. Hier steht sie dafür, dass Jesus den Menschen wieder die Freiheit gebracht hat. Sie können frei von aller Schuld sein. Ihre Ketten sind gesprengt.

Außerdem finden wir noch Nelken und Zimt auf dem Kranz.
Wo kommen Nelken und Zimt her? Aus dem Orient. Und hier sind wir dann schnell bei den Weisen aus dem Morgenland, die dem Jesuskind ihren Besuch abstatteten und Geschenke mitbrachten. Die Geschichte der drei weisen Männer aus dem Orient verweist darauf, dass das Geschehen in der Krippe (und später am Kreuz) allen Menschen gilt und nicht auf ein Volk oder eine Region eingeschränkt werden kann.

Schauen wir uns die letzten beiden Elemente an: Apfel und Stern.
Auch hier wird ein Bogen geschlagen – vom  biblischen Beginn der Geschichte Gottes mit den Menschen („Apfel“ -> Adam und Eva) zu Jesus Christus (-> Stern -> Krippe).
Am Beginn der Geschichte Gottes mit dem Menschen entscheidet sich – bildlich gesehen –  der Mensch (Adam und Eva), selbst und besser zu wissen, was für ihn gut und richtig ist. Während er davor in einer Unmittelbarkeit mit Gott verbunden ist, erfolgt nun eine Trennung – mit allen Konsequenzen.
Durch das Kommen des Gottessohnes wird alles, was den Menschen von Gott trennen könnte, seine Schuld, sein Misstrauen,… überwunden; ein direkter Zugang zu Gott ist wieder möglich. (Vgl. Römerbrief 5,12)

 

Schon ziemlich viel Symbolik auf diesem Adventskranz… Ich fand sie aber sehr spannend. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Und deshalb ist ja auch gut, dass sich jeder seinen eigenen Kranz oder was auch immer zusammenstellen oder kaufen kann, um Licht in die dunkle Jahreszeit zu bringen. In diesem Sinne wünsche ich euch eine frohe und immer heller werdende Adventszeit!

Kategorie:

Linzer-Taler – Linzertorte als Weihnachtsplätzchen


Die Linzertorte meiner Mutter liebe ich sehr!

Wenn aber nicht gerade Besuch kommt, ist mir so ein ganzer Kuchen oft zu viel, auch wenn er ja quasi „Dauergebäck“ ist. Deshalb habe ich ja schon als kleine Variante Linzertorte im Glas gemacht. Beim letzten Backen blieb etwas Teig übrig, aus dem ich quasi Plätzchen, Linzer-Taler machte. Das hat mich echt begeistert, Linzertorte als „Happs“ naschen zu können 🥰! Deshalb hier das extra Rezept.

Ich HASSE Plätzchen ausstechen! Der Teig ist zum dünn Ausrollen auch ziemlich weich. Deshalb hier eine ziemlich schnelle „Kugelversion“ 😉.

„Werkzeuge“ (neben Backblechen…):

  • Handschuhe (klebt halt weniger)
  • kleiner Teigspatel
  • 2 kleine Löffelchen

Natürlich geht es auch ohne diese drei Dinge, die erleichtern das Ganze aber.

Zutaten (eigentlich für eine 26er Springform):

  • 250 g Butter
  • 250 g Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Schnapsglas Rum
  • 250 g gemahlene Mandeln
  • 250 g Mehl
  • 1/2 TL Zimt
  • 2 Messerspitzen Backpulver
  • 1 gehäufter EL Kakao
  • 1 EL oder Pck. Vanillezucker
  • 1 Messerspitze gemahlene Mandeln
  • 1 Glas Latwerg oder Pflaumenmus (nicht zu süß)

Zubereitung Teig (am Vorabend):

  • Butter, Zucker, Ei,  Rum mit dem Knethaken vermischen, Mandeln, Mehl, Kakao, Zimt, Vanillezucker, Nelken untermischen, zu einem glatten Teig verrühren.
  • Teig kaltstellen

Zubereitung der Plätzchen:

  • von dem gekühlten Teig kleine Kugeln formen und ein kleines bisschen plattdrücken
  • und auf ein Blech (mit Backpapier) setzen. Auf das Blech passen nebeneinander 5 Kugeln (nicht eng setzen) und untereinander 4 Reihen (also 40 Plätzchen)
  • mit dem kleinen Finger vorsichtig eine kleine Kuhle in „platten“ Kugeln drücken (aufpassen, das der Teig „nicht reißt“)
  • mit den beiden kleinen Löffeln in die Kuhle das Latwerg oder Pflaumenmus geben. Dabei nicht sparen, denn die Plätzchen laufen etwas breit und dann soll die Kuhle ja noch gefüllt sein. Es ist hilfreich, wenn das Latwerg/das Pflaumenmus nicht zu fest ist
  • den Ofen in der Zwischenzeit auf 180 Grad vorheizen
  • die Plätzchen zwischen 10 – 12 Minuten backen, nach der 10. Minute die Bräunung beobachten
  • Wenn die Plätzchen fertig gebacken sind, sind sie noch sehr weich. Falls ihr keinen Teigspatel habt, wartet ein paar Minuten, bis ihr die Plätzchen zum Auskühlen auf ein Gitter setzt.
  • Abschließend gut mit Puderzucker bestäuben
  • Wenn die Plätzchen gut ausgekühlt sind, in einer Dose verstauen und sich auf das Genießen freuen!

Menge:

Das Rezept ergibt 3,5 Bleche, also ca. 70 Plätzchen. Wenn ihr keine Großfamilie verpflegen müsst oder Plätzchen verschenken wollt, würde ich die Hälfte des Rezeptes verbacken.

Tags:
Kategorie:

Lutherkekse – Buttergebäck

Es gab mal – von der Nordkirche – Lutherkekse und Lutherbonbons (letztere mit entsprechendem Einpackpapier, ersteres mit sowas ähnlichem wie der Lutherrose darauf). Beides gibt es leider nicht mehr. Ich hatte mir immer mal wieder diese Dinge für Halloween gekauft, falls sich Kids zu uns verirrten, um einen kleinen Kontrapunkt zu setzen zu den „gruseligen Umtrieben“ und der damit einhergehenden kompletten Übernahme des Reformationstages  (ihr merkt schon, ich bin nicht wirklich ein Verfechter von diesem seit den 1990ern zu uns rübergeschwappten, kommerzialisierten Amiland-Treiben).

Wie auch immer: Weil es diese Dinge nicht mehr zu kaufen gibt,  legte ich mir eine  „Lutherrose-Ausstechform“ * zu (7 cm Durchmesser) und machte mich ans Werk.

Als  Rezept wählte ich das weltbeste Buttergebäck-Rezept von meiner Mutter : Es ist ein Rezept, bei dem die Plätzchen überhaupt nicht aufgehen, sich nicht beim Backen verändern. Und: In einer Dose verpackt bleiben sie hart!!! Das g´hört so (sagt Frau Werwolf…😉)! Bei Weihnachtsplätzchen muss der Teig ziemlich dünn ausgerollt werden, bei der Lutherrose etwas dicker, weil die Innenform der Rose nicht ganz so tief ist, wie der Außenring.

Rezept:

  • 250 g Butter
  • 250 g Mehl
  • 1 Ei
  • 500 g Mehl (405er oder 550er)
  • 1 Msp Vanillepulver (optional)

Eistreiche:

  • 1 Eigelb + genauso viel Milch

Zubereitung: Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben

  • Butter + Zucker schaumig rühren
  • Ei zufügen
  • Mehl + Vanille zufügen und zu einem Teig verarbeiten (der Teig bleibt bröselig)
  • einen Teil des Teigs nehmen und ausrollen. Ich bevorzuge dafür als Unterlage eine Silikonunterlage und zwischen dem Teig und dem Nudelholz lege ich ein Stück Frischhaltefolie. Beides dient dazu, dass der Teig nicht an Platte oder Nudelholz haften bleibt.
  • ausstechen und die Plätzchen auf ein Backblech legen (ich benutze immer Dauerbackfolie)
  • mit Eistreiche leicht bepinseln
  • Backen: 13 -15 Min bei 180 Grad (falls dünnere Weihnachtsplätzchen gemacht werden: ca. 7 Minuten bei 180 Grad)
  • Auskühlen lassen und in eine Blechdose setzen.
  • Ergibt (1-fache Menge) ca. 44 Kekse, bzw. etwas mehr als 2 Bleche

————————————————————————————

* Die Lutherrose

Die Lutherrose wurde 1524 als Schutzmarke von Martin Luther entwickelt, die als Holzschnitt zu von ihm genehmigten Publikationen hinzugefügt wurde. Nach 1524 wurde daraus ein persönliches Siegel, das Martin Luther ab dem Spätsommer 1530 für seinen Briefverkehr verwendete. Quelle

Sie besteht aus 4 Elementen:

  1. Das schwarze Kreuz soll an Jesus Christus erinnern. Durch Jesus wissen wir Menschen, wie sehr Gott uns liebt. Gott lässt uns auch nicht allein, wenn es uns schlecht geht, wir Angst haben oder einsam sind. Deswegen steht es in der Mitte.
  2. Das rote Herz: Diese Botschaft soll man auch mit dem Herzen begreifen. Denn wer mit dem Herzen an Gott glaubt und ihm vertraut, der findet bei Gott immer offene Türen.
  3. Die weiße Rose im himmelblauen Feld soll sagen, dass der Glaube an Gott uns Menschen Fröhlichkeit und Frieden schenkt. Das zeigt auch die weiße Farbe, die an Engel und himmlische Wesen erinnert. An Gott glauben ist ein „himmlisches“ Vergnügen. Daher hat die weiße Rose auch einen blauen Hintergrund.
  4. Der goldene Ring: ist ein Zeichen für Gottes Ewigkeit. Gottes Wort gilt ewig, so wie der Ring kein Ende hat.
Kategorie:

Oxymel – Sauerhonig selber herstellen

Der Herbst ist da, meine erste Erkältung noch nicht – und damit das hoffentlich so bleibt, habe ich mir zum ersten Mal Oxymel angesetzt.

 

Was ´n das ´n? Tatsächlich hatte ich bisher auch kaum was darüber gehört und stieß bei der Recherche nach Honigfermenten auf eine entsprechende Seite (wobei das Oxymel kein Ferment ist).

Die Übersetzung „Oxy-Mel“ bedeutet Sauerhonig und ist als Heilmittel seit der Antike bekannt (altgr. ὀξύς ‚oxys sauer und  μέλι ‚meliHonig).

Honig (unbehandelt, am besten vom Imker des Vertrauens): enthält antibakterielle, entzündungshemmende, immun- und nervenstärkende, verdauungs- und schlaffördernde Inhaltsstoffe außerdem Mineralstoffe und Spurenelemente, Vitamine, Enzyme und Aminosäuren.

Apfelessig (nicht pasteurisiert; wenn nicht selbst hergestellt, sollte daraufstehen: „mit Essigmutter): tendenziell antibakteriell, und entzündungshemmend,  Stärkung des Verdauungs- und Stoffwechselsystem,  ausgleichender Einfluss auf den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel…

Honig und Essig alleine haben also schon ordentlich was zu bieten…

Rezept: 

  • 1 Teil Essig
  • 3 Teile Honig
  • Heilkräuter (hier habe ich nicht abgemessen, relativ viel gehackt und reingeworfen; immer wieder las ich die Empfehlung: 300 g Honig, 100 g Essig, 100 g frische Kräuter)

Jetzt kann man das Ganze noch pimpen mit entsprechenden Heilkräutern, die in die ein – oder andere Richtung weiter unterstützen – zum Beispiel:

Immunsystem Kapuzinerkresse, Ingwer, Sanddorn
Fieber Holunderblüte, Zitrone, Basilikum, Meerrettich
Husten und Schnupfen Thymian, Spitzwegerich, Salbei, Knoblauch, Meerrettich, Kapuzinerkresse
Entzündungshemmend Hagebutten
Entgiftend Wermutzweige
Beruhigung Kamille, Lavendel, Rosenblüten, Zirbenzapfen
Verdauung Enzianwurzel, Kamille, Fenchel, Minze, Löwenzahn
Knochenstärkend Fichtenknospen
Herzstärkend Weißdorn, Diptam
Blutreinigend Löwenzahn

Die Kräuter / Gewürze lässt man etwa 4 Wochen in der Honig-Essig-Mischung ziehen, seiht es dann ab und bewahrt es dunkel auf.

Man kann – als „Kur“ – sozusagen das Oxymel täglich, am besten gleich morgens einnehmen (1 EL), oder, bei aufziehender Erkältung 3 TL über den Tag verteilt; entweder pur oder in lauwarmen Wasser. Im heißen Tee getrunken halte ich das Ganze für kontraproduktiv, da die Hitze vieles von den Inhaltsstoffen kaputtmacht.

Mein Oyxmel enthält Kräuter/Gewürze zur n Stärkung des Immunsystems und der Verdauung :

  • Ingwer, Salbei, Thymian, Kapuzinerkresse, Hagebutten, Löwenzahn, Fenchel, Anis, 1 TL Bitterkräuterpulver

Und ich habe gleich ein bisschen mehr davon angesetzt, soll ja auch eine Weile reichen…🙈

 

Tags:

„Käse des armen Mannes“ – Keshek al Foukara

„Käse des armen Mannes“ oder „Kishk/Keshek al Foukara“ ist ein Rezept (vermutlich) ursprünglich aus dem Libanon. Wenn Bauern zu arm waren, um sogar Ziegen zu haben (aus deren Milch man Käse machen konnte), mussten sie sich mit etwas anderem behelfen; in diesem Fall nahmen sie Bulgur, also eine Verarbeitung von Weizenkörnern, als Ersatz.


„Käse“ aus Bulgur
– kann das funktionieren und schmecken?

Ich liebe ja Käse als Milchprodukt, finde aber trotzdem „Alternativen“ aus „Nicht-Milch“ spannend, insbesondere, wenn sie fermentiert sind. Aber aus Bulgur?
Das Prozedere ist nicht schwer, aber zeitaufwendig. Man sollte in den ersten 4 – 6 Wochen keinen Urlaub geplant haben…, aber ich beginne von vorn:

Zubehör:

  • 1 Gefäß, ca. 2 Liter – in meinem Fall ein Steinguttopf

  • einen Kochlöffel
  • ein Stofftuch / Mullwindel
  • Gummi

Zutaten:

  • Eine Packung Bulgur
  • Wasser
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Knoblauchpulver
  • 1/2 Zwiebelpulver
  • 1/2 TL Kurkuma

Zubereitung:

    • 1 Packung Bulgur (500 g); ich habe den Bulgur etwas im TM zerkleinert, da ich einen „zarten“ Käse wollte
    • Bulgur in das Gefäß schütten, mit Wasser auffüllen, so dass er bedeckt ist und die 24 Stunden (oder wie lange es halt dauert), Wasser nachgießen, bis er vollgesogen ist.  Das Wasser sollte ca 1 – 2 cm über  dem Bulgur stehen.
      Das Gefäß mit einem Stofftuch/ Mullwindel… abdecken – ab jetzt muss das Ganze vier bis sechs Wochen! 1 – 2 x täglich (am besten morgens und abends) gut umgerührt werden!  Die Temperatur darf nicht zu kalt sein; ich habe den Steinguttopf in die Küche gestellt, damit ich das Umrühren nicht vergesse. Zur Zeit der Herstellung waren da so um die 25 Grad. Weniger als 20 Grad sollten es nicht sein.
    •  Nach einer Woche habe ich dann die restlichen Gewürze dazugegeben.
    • Ab der 2. Woche begann es säuerlich zu riechen – die Fermentation hat eingesetzt! Da es sich um eine aerobe Fermentation handelt, kann sich immer ein bisschen Kahmhefe bilden. Das ist aber nicht schlimm; durch das tägliche Rühren hat sie schlechte Karten; anfangs habe ich versucht, sie abzuschöpfen, es war aber so wenig, später habe ich sie einfach untergerührt.
    • Nach 5 Wochen habe ich den Bulgur abgeschüttet und etwas ausgepresst. Auch nochmal mit Salz und Gewürzen abgeschmeckt. Der Bulgur hat jetzt eine angenehme Säure angenommen.

  •  Jetzt wird die Masse zu kleinen Kugeln gerollt (Menge etwa 1 TL)

  • Diese Kugeln kann man anschließend noch durch Sesam, Kräuter, Chili etc. rollen – das sieht super aus und schmeckt bestimmt auch toll, aber ich wollte erstmal die „puristische Version“ ausprobieren.
  • Jetzt versenkt man die Kugeln in Gläser, gibt 1 – 2 aufgeschnittene Knoblauchzehen dazu und übergießt alles mit Olivenöl (es sollte alles mit Öl bedeckt sein!).
  • Ergibt etwa 2,5 „Gurkengläser“.

Die zweite Reifungsphase hat begonnen: Nochmal 4 – 6 Wochen warten! Dieses Mal aber ohne irgendwas tun zu müssen. Die Gläser habe ich zu meinen anderen Fermenten in den Keller gestellt.

Fazit:

Der „Käse des armen Mannes“ – Keshel al Foukara ist ein leckerer Aufstrich, der wie Frischkäse gegessen werden kann. Ich finde es immer schwer, vegane Käse mit echtem Käse zu vergleichen. Es ist ein anderes Produkt, kein „Ersatz“. Ich finde es extrem lecker und ärgere mich im Nachhinein, dass ich nicht doch einen Teil der Bällchen in Kräuter o.ä. gewälzt habe – na ja, beim nächsten Mal!

Der tägliche zeitliche Aufwand ist extrem gering, vielleicht 1 Minute insgesamt, aber ohne das tägliche Rühren wird das Ganze vergammeln. Man sollte sich also überlegen, wann man es ansetzt.

Im Winter ist bei mir die Küche zu kalt, ich werde wohl mindestens bis zum nächsten Frühjahr mit der neuen Charge warten – aber es lohnt sich!

Tags: